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Aus: Ausgabe vom 15.07.2021, Seite 1 / Ausland
Vormarsch der Taliban

Taliban erobern weiteren Grenzübergang

Afghanistan: Aufständische weiter auf dem Vormarsch. London gibt sich pragmatisch
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Taliban erobern strategisch wichtigen Grenzübergang zu Pakistan: Spin Boldak in Kandahar (Spin Boldak, 27.6.2021)

Bei Kämpfen im Süden Afghanistans haben die Taliban nach eigenen Angaben einen strategisch wichtigen Grenzübergang nach Pakistan erobert. Talibankämpfer hätten die Grenzstadt Wesch in der südlichen Provinz Kanadahar und den Grenzübergang Spin Boldak eingenommen, erklärte Talibansprecher Sabihullah Mudschahid am Mittwoch.

Die afghanische Regierung widersprach, während ein Vertreter der pakistanischen Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AFP die Eroberung des Grenzübergangs bestätigte: »Sie haben ihre Flagge gehisst und die afghanische Flagge entfernt.« Für die Taliban ist der Grenzübergang von hoher strategischer Bedeutung, weil er eine Verbindung zur pakistanischen Provinz Balutschistan bildet, die den Aufständischen seit Jahrzehnten als Rückzugsgebiet dient. In den vergangenen Wochen hatten die Taliban bereits wichtige Grenzübergänge zum Iran und zu Tadschikistan erobert.

Parallel zu dem rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderen NATO-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Laut der Datenbank des Long War Journal sind mittlerweile 223 von insgesamt 421 Bezirken unter ihrer Kontrolle. Auch haben die Taliban nahezu alle größeren Städte umzingelt. Laut afghanischen Regierungskreisen konzentriert sich die Armee des Landes nunmehr darauf, die Großstädte, wichtige Straßen sowie Grenzposten gegen den Vormarsch der Islamisten zu sichern.

Am Mittwoch erklärte Großbritannien seine Bereitschaft, im Falle einer Regierungsübernahme durch die Taliban mit diesen zusammenzuarbeiten. »Die britische Regierung wird sich auf jeden einlassen, der die Regierung stellt, vorausgesetzt, er hält sich an bestimmte internationale Normen«, sagte Verteidigungsminister Benjamin Wallace dem Daily Telegraph. Sollten jedoch Menschenrechte »ernsthaft« verletzt werden, würde London die Beziehungen auf den Prüfstand stellen. Laut Medienberichten hätten die Taliban begonnen, in einigen der eroberten Bezirke harsche Restriktionen einzuführen. (AFP/dpa/jW)

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