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Aus: Ausgabe vom 07.07.2021, Seite 1 / Inland
Ökologische und soziale Standards

Abschlussbericht vorgelegt

Agrarkommission Landwirtschaft empfiehlt unter anderem höhere Erzeugerpreise
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Weniger Fleischkonsum und höhere Lebensmittelpreise gelten als Lösung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die soziale Frage bleibt unterbelichtet

Am Dienstag hat die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Bericht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Zukünftig, so die Experten der Kommission, solle sich ökologisches Handeln der Landwirte auch wirtschaftlich wieder lohnen. Landwirte sollen zielgerichteter unterstützt werden. So will man Produktionsverlagerungen in Regionen mit noch geringeren ökologischen und sozialen Standards verhindern.

Die ZKL schlägt vor: Natürliche Treibhausgassenken wie Moore und Humus sollen wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Außerdem empfiehlt die ZKL eine Reduzierung des Konsums tierischer Produkte. Insgesamt sollen wesentlich weniger Nutztiere unter deutlich besseren Bedingungen gehalten werden.

Übertragen auf die Lebensmittelpreise, kommen die Autoren der im Abschlussbericht zitierten Studien zu dem Schluss, dass sich die Erzeugerpreise für ein Kilogramm Rindfleisch um das fünf- bis sechsfache erhöhen müssten. Die Preise anderer tierischer Produkte müssten sich um das zwei- bis vierfache steigern, Preiserhöhungen pflanzlicher Produkte fallen geringer aus.

»Der Bericht ist eine klare Übereinkunft, dass bei allem Willen zur Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit der betriebswirtschaftliche Aspekt immer mit berücksichtigt wird«, erklärte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz.

Die IG BAU begrüßte den Passus, dass »Erntehelfer und Saisonbeschäftigte künftig in der Regel sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden sollen«. Dafür kämpfe die Gewerkschaft seit Jahren, erklärte der Vizebundesvorsitzende Harald Schaum. »Erst vor kurzem wurde die Anzahl der Tage, an dem die meist aus Osteuropa stammenden Saisonarbeitskräfte sozialversicherungsfrei arbeiten sollen, von 70 auf 102 Tage erhöht«, so Schaum.

Weiter Druck machen will Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag. Mit dem ZKL-Abschlussbericht werde der Weg zu einem Systemwechsel beschrieben, der alle in die Pflicht nehme. Und: »Aus den richtigen Worten müssen reale Taten werden«, mahnte Tackmann. (AFP/jW)

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