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Aus: Ausgabe vom 12.07.2021, Seite 1 / Ausland
Afghanistan

Kabul rüstet auf

Flughafen mit Luftraketenabwehr. Afghanistan fordert Abschiebestopp
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Kämpfer gegen die Taliban in der afghanischen Provinz Herat (10.7.21)

Nach wiederholten militärischen Erfolgen der Taliban rüstet sich die afghanische Armee für weitere Angriffe. Am Flughafen von Kabul wurde ein Raketenabwehrsystem installiert, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Im Nordwesten bereitete die Armee unterdessen offenbar eine Gegenoffensive vor, nachdem die Taliban dort einen wichtigen Grenzübergang erobert hatten. Angesichts der instabilen Lage rief Kabul europäische Staaten zu einem Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan auf.

Die Taliban hatten am Freitag den Grenzübergang Islam Kala unter ihre Kontrolle gebracht. An dem rund 120 Kilometer von der Provinzhauptstadt Herat entfernten Übergang wird der größte Teil des offiziellen Handels mit dem Iran abgewickelt. Seit Beginn des Abzugs aller NATO-Truppen Ende April haben die Taliban nach eigenen Angaben bereits 85 Prozent des Landes erobert. Sie kontrollieren demnach rund 250 der knapp 400 Bezirke in Afghanistan. Eine Darstellung, die von Kabul zurückgewiesen wird.

Die »von den Taliban ausgehende Gewalt«, aber auch die dritte Coronawelle hätten in Afghanistan »wirtschaftliche und soziale Unruhen« ausgelöst, erklärte am Wochenende das Flüchtlingsministerium in Kabul. Das Ministerium appellierte an die europäischen Staaten, in den kommenden drei Monaten keine Afghanen abzuschieben. Es sei besorgniserregend, dass derzeit Abschiebeflüge aus Europa in Afghanistan landeten.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR lebten im Jahr 2018 fast 2,5 Millionen afghanische Flüchtlinge im Ausland, die meisten in den Nachbarländern Pakistan und Iran. In der EU lebten offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr etwa 416.000 afghanische Asylbewerber.

Das am Flughafen von Kabul installierte Luftabwehrsystem wurde in der Nacht zum Sonntag in Betrieb genommen, wie das Innenministerium mitteilte. Das nicht näher bezeichnete System soll die Hauptstadt vor Raketenangriffen schützen. Unklar war zunächst, wer es eingerichtet hat. (AFP/jW)

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