3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. September 2021, Nr. 223
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 30.06.2021, Seite 1 / Ausland
EU-Grenzregime

Quoten bei Asylaufnahme nicht erfüllt

EU-Behörde verzeichnet drastischen Rückgang bei freiwilliger Ansiedlung Flüchtender
imago0108649538h.jpg
Nicht weniger Menschen sind auf der Flucht, aber nur wenige schaffen es, EU-Boden überhaupt zu erreichen (Lesbos, 4.11.2020)

Während der Coronapandemie ist das humanitäre Aufnahmeprogramm der EU im vergangenen Jahr deutlich ausgebremst worden. Die Zahl der Geflüchteten, die 2020 in europäische Staaten umgesiedelt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zurückgegangen, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) hervorgeht. Die meisten der EU-Plus-Staaten, zu denen auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz gehören, hätten ihre Quoten nicht erfüllt. Nach Deutschland wurden dem Bericht zufolge 1.685 Menschen aus Drittstaaten umgesiedelt – ein Rückgang um 66 Prozent. Der überwiegende Teil von ihnen kam aus Syrien. In dem EU-Programm erklären die Staaten, wie viele Geflüchtete aus welchen Staaten sie freiwillig aufnehmen würden.

Wie das EASO bereits Anfang des Jahres anhand vorläufiger Daten berichtet hatte, gab es 2020 die niedrigste Zahl von Asylanträgen in den EU-Plus-Ländern seit 2013. Die 485.000 Anträge bedeuteten einen Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zu 2019. Der Rückgang der Anträge ist jedoch nicht in erster Linie auf eine eingeschränkte Mobilität und Reisetätigkeit zurückzuführen, sondern auf verschärfte Abwehrmaßnahmen wie illegale »Pushbacks« an den EU-Außengrenzen. Der Bericht betont, dass auch nicht die Zahl der Menschen gesunken sei, die internationalen Schutz benötigten. Einige Länder verzeichneten trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Anträge einen Anstieg. Insbesondere gab es mehr Ankünfte entlang der Westafrika-, der zentralmediterranen und der sogenannten Westbalkanroute als im Jahr 2019. Rumänien verzeichnete einen Anstieg der Antragszahlen um 138 Prozent, gefolgt von Bulgarien mit plus 64 Prozent.

Während zwei Drittel aller Asylanträge im Jahr 2020 in Deutschland, Frankreich und Spanien gestellt wurden, waren die Auswirkungen der Ankünfte für die Länder an den Außengrenzen besonders groß. Betrachtet man das BIP und die Bevölkerung, so standen Zypern, Griechenland und Malta unter dem größten Druck, Asylsuchende aufzunehmen und unterzubringen. (dpa/jW)

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Mehr aus: Ausland

Letzte Möglichkeit: Drei Monate Aktionsabo »Marx für alle« für 62 Euro!