3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Montag, 20. September 2021, Nr. 218
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 29.06.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Tarifflucht bei Großbrauerei Warsteiner

Warnstreiks_bei_Brau_69578690.jpg

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten kritisierte am Montag die Tarifflucht bei der Brauerei Warsteiner:

Jüngst hatten sich die Sieger- und Sauerländer sowie die Rheinisch-Westfälischen Brauereien gemeinsam mit der NGG auf einen Tarifabschluss geeinigt. Dieser sieht eine Coronaprämie von 750 Euro in diesem und ein Lohnplus von 2,4 Prozent im kommenden Jahr vor. »Warsteiner hat bereits deutlich gemacht, diese Lohnerhöhung nicht zahlen zu wollen. Mit dem jetzigen Austritt aus der Tarifpartnerschaft isoliert sich die südwestfälische Brauerei weiter von der Konkurrenz«, so Boudih. Von der Entscheidung seien nicht nur die 640 Beschäftigten am Stammsitz der Brauerei im Kreis Soest betroffen. Auch die 100 Mitarbeiter der Paderborner Brauerei, die ebenfalls zu Warsteiner gehört, gingen leer aus. Weiteren 140 Beschäftigten bei Herforder Brauerei und der Düsseldorfer Privatbrauerei Frankenheim bleibe künftig ebenfalls eine tarifliche Bezahlung verwehrt. Beide Brauereien wollten laut Warsteiner zwar im Arbeitgeberverband bleiben, lehnten jedoch eine Mitgliedschaft mit Tarifbindung ab. Die Gewerkschaft NGG wird sich nun gemeinsam mit Betriebsräten an allen Warsteiner-Standorten für einen neuen Tarifvertrag einsetzen. (…)

Der Rechtshilfefonds Azadi e. V. berichtete am Montag über die Prozesseröffnung gegen einen Kronzeugen im Stuttgarter Verfahren gegen kurdische Aktivisten:

Am 30. April endete vor dem 3. Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart das §129 a/b-Verfahren gegen vier kurdische Aktivisten und eine Aktivistin, die teilweise zu mehrjährigen Haft- bzw. Bewährungsstrafen verurteilt wurden. Eine zentrale Rolle spielte in diesem Prozess der Kronzeuge der Anklage, Ridvan Ö., von dem der Vorsitzende Richter laut Protokoll bei der Urteilsverkündung u. a. sagte, dass der Senat ihn als »generell unzuverlässig« beurteile und es sich bei ihm um einen »Fabulierer« handele. Dennoch stützte sich sowohl die Bundesanwaltschaft in ihrer Anklage als auch letztlich das Gericht bei der Urteilsfindung auf die »zum Teil haarsträubenden Geschichten« des Kronzeugen.

Nun steht Ridvan Ö. selbst als Angeklagter gem. 129 a/b StGB vor Gericht. Er wird beschuldigt, sich von Oktober 2016 bis zumindest Januar 2018 als sog. Raumverantwortlicher der PKK für die Stadt Bruchsal betätigt zu haben. Da er sich im Zeugenschutzprogramm befindet, ist er nicht inhaftiert. (…)
https://www.nadir.org/nadir/initiativ/azadi/AZADIinfodienst/info212.pdf (Seite 3–8)

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen forderte am Montag den Abzug der Bundeswehr aus Mali:

Während sich die Sicherheitslage in Mali weiter verschlechtert, setzt die Bundesregierung auf ein »Weiter so« beim Militäreinsatz. Wer die Bundeswehr jetzt nicht abzieht, setzt das Leben und die Gesundheit von noch mehr Soldaten für diesen sinnlosen Einsatz zur Unterstützung des französischen Krieges um billige Bodenschätze aufs Spiel. Dass zudem mit dem deutschen Militäreinsatz in Mali Putschregierungen geschützt und ausgebildet werden, ist eine moralische Bankrotterklärung. (…) Die Abgeordneten und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, dass die Bundesregierung jetzt rasch alle offenen Fragen aufklärt und die zunehmend schlechter werdende Sicherheitslage und die Wahrnehmung der ausländischen Truppen als Besatzer thematisiert werden. (…)

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Ähnliche:

  • Betriebsrealität: Eine gespaltene Belegschaft, nicht nur beim En...
    29.12.2020

    Gegen Lohnsplit im Betrieb

    Leiharbeit: Teilerfolg für Kampagne – Europäischer Gerichtshof wird über Equalpay entscheiden
  • Praktische Solidarität: Kundgebung vor dem Münsteraner Arbeitsge...
    27.07.2020

    Fristlose Kündigung kassiert

    Arbeitsgericht Münster erklärt Entlassung von Betriebsrat für unwirksam. Gewerkschafter streitet für Tarifvertrag

Regio:

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!