1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Mai 2021, Nr. 111
Die junge Welt wird von 2519 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 05.05.2021, Seite 1 / Ausland
Internationale Gespräche

Front gegen Beijing

Treffen der G-7-Staaten: Außenminister beraten in London zu VR China
Treffen_der_G7_Ausse_69307794.jpg
»Internationale regelbasierte Ordnung«? – Die G-7-Außenminister am Dienstag in London

Die Außenminister der G-7-Staaten haben bei ihrem Treffen in London über
den Umgang mit der Volksrepublik China beraten. Bei ihren Gesprächen in der britischen Hauptstadt suchten die Minister am Dienstag nach einer gemeinsamen Haltung gegenüber Beijing. Zudem soll der G-7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im britischen Cornwall vom 11. bis 13. Juni vorbereitet werden.

Zum Auftakt ihrer dreitägigen Beratungen am Montag hatten die G- 7-Minister bei einem Arbeitsessen über die Konflikte mit dem Iran und der Demokratischen Volksrepublik Korea beraten. Am Dienstag stand dann China im Zentrum. Der Westen hat Angst vor dem zunehmenden wirtschaftlichen und militärischen Einfluss Beijings.

Es gehe den »G 7« nicht darum, China »in Schach oder klein zu halten«, sagte US-Außenminister Antony Blinken dazu bereits am Montag. »Wir versuchen, die internationale regelbasierte Ordnung aufrechtzuerhalten, in die unsere Länder in so vielen Jahrzehnten soviel investiert haben, was nicht nur unseren eigenen Bürgern, sondern den Menschen auf der ganzen Welt zugute kam – und übrigens auch China.«

Der britische Außenminister Dominic Raab rief die Regierung in Beijing dazu auf, ihre »Verpflichtungen« in bezug auf die Sonderverwaltungszone Hongkong einzuhalten. Zugleich müsse nach »konstruktiven Wegen« gesucht werden, um mit China zusammenzuarbeiten, etwa im Kampf gegen den Klimawandel.

Seit dem Beginn der Pandemie hatten die Außen- und Entwicklungsminister der »G 7« nur virtuelle Konferenzen abgehalten, es war das erste persönliche Ministertreffen seit zwei Jahren. Der Gruppe der »sieben führenden Industrienationen« gehören die USA, Kanada, die BRD, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan an. Zu den Gesprächen in London sind auch Südkorea, Australien, Indien, Südafrika und Brunei, als Vertreter des ASEAN-Verbandes, eingeladen. Die britische Präsidentschaft wolle die »G 7« so noch mehr zu einem »zen­tralen Forum der großen Demokratien« machen, hieß es. Aus Beijing gab es bis jW-Redaktionsschluss kein Statement zu den Äußerungen auf dem Treffen. (AFP/jW)

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Zur neuen Leserbrieffunktion auf jungewelt.de

  • Leserbrief von Hans-Helmut Heinrich ( 7. Mai 2021 um 11:32 Uhr)
    Ich bitte die junge-Welt-Redaktion, mich – und bestimmt auch Millionen einfacher Leute – nicht unter dem allgemeinen Begriff »der Westen«, der »vor dem zunehmenden wirtschaftlichen und militärischen Einfluss Beijings« »Angst« hat, zu subsumieren! Wenn schon, dann beschreiben Sie bitte genau, wer Angst vor Beijing hat. Im Falle dieses Treffens sind es ja wohl die westlichen Außenminister und ihre Gäste. »Unser« Außenminister Heiko Maas natürlich mittendrin in dieser illustren Gesellschaft mit seinem »Machtkampf gegen China und Russland« (siehe auch den Kommentar »Gewaltige Worte« von Jörg Kronauer, jW vom 5.5.2021).
    Ich habe vor Beijing keine Angst, im Gegenteil, ich bewundere China dafür, wie dort die Pandemie im Interesse des gesellschaftlichen Lebens eingedämmt wurde. Chinas Wirtschaft wächst wieder, während in Deutschland Hunderttausende Existenzen kaputtgehen und eine ganze Generation von Schülern um ihre Zukunft betrogen wird, während sich einige wenige an der Pandemie schamlos bereichern! Dieses Treffen der G-7-Außenminister zeigt ganz deutlich die oberste Priorität der westlichen Regierungen: Die Aufrechterhaltung der »regelbasierten Ordnung« im Sinne des internationalen Großkapitals und der Militaristen.
    Jedes Schulkind weiß mittlerweile, dass die Zurückdrängung der Covid-19-Pandemie nur in internationaler Zusammenarbeit aller Nationen gelingen kann. Auch die Ziele des »Klimaschutzes« erfordern dringend die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Noch hungert rund eine Milliarde Menschen, sind 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, während rund 12.000 Kernwaffen auf ihren tödlichen Einsatz warten. Internationale, existenzsichernde Aufgaben hat – weiß Gott – die Menschheit genug! In diametralem Gegensatz dazu will das G-7-Treffen der Regierungschefs und ihrer Außenminister diese Zusammenarbeit gnadenlos zertreten und durch militärische Konfrontation ersetzen, natürlich unter dem Argument des »Klimaschutzes« und der »Menschenrechte«.

Mehr aus: Ausland