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Aus: Ausgabe vom 27.04.2021, Seite 2 / Ausland
Pandemie in Indien

Hilfe lässt auf sich warten

Indien: Dramatische Pandemielage. Gesundheitssystem überlastet
Von Martin Haffke
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Erschöpftes medizinisches Personal vor einem Krematorium in Neu-Delhi am Sonnabend

Seit Tagen steigen die Infektionszahlen in Indien rasant. Am Montag meldet das Land mit 352.991 Coronaneuinfektionen den fünften Tag in Folge einen weltweiten Höchstwert. Auch die Zahl der Toten hat mit 2.812 innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weit darüber liegen.

Seit Mitte März baute sich in dem südasiatischen Land eine »zweite Welle« auf, die laut Einschätzung von Experten erst in etwa drei Wochen ihren Höhepunkt erreichen wird. Das Gesundheitssystem ist überlastet. Die Intensivstationen sind überfüllt, vor den Krankenhäusern stehen die Patienten Schlange. Der Schwarzmarkt für Sauerstoffflaschen blüht. In der Hauptstadt Neu-Delhi herrscht seit Tagen eine Ausgangssperre.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der in Indien aufgetauchten Virusvariante »B.1.617« am Montag allerdings vor voreiligen Schlüssen gewarnt und sie bislang nur als »von Interesse« eingestuft. Anders als die Varianten, die zuerst in Brasilien, Südafrika und Großbritannien entdeckt wurden, gilt sie nicht als »besorgniserregend«. Unklar ist demnach, ob sie für den Anstieg der Neuinfektionen verantwortlich ist.

Neben China hat unterdessen selbst Pakistan dem Nachbarland Hilfe angeboten. Angesichts der Zuspitzung der Lage haben ebenfalls die Bundesrepublik und Großbritannien Unterstützung in Aussicht gestellt. Auch die USA, die sich lange geweigert hatten, mehr Impfstoffe nach Indien zu liefern oder das Embargo für den Export von für deren Herstellung benötigten Rohstoffen aufzuheben, haben nun Unterstützung zugesagt. So verlautbarte es am Sonntag (Ortszeit) aus dem Weißen Haus.

In den vergangenen Tagen hatte es nach Berichten, dass die Impfkampagne im Land unter anderem wegen des US-Embargos ins Stocken geraten war, Empörung in Indien über Washingtons Haltung gegeben. Es folgte ein »Shitstorm«, nachdem US-Außenminister Antony Blinken am Sonnabend angesichts des wachsenden Drucks auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben hatte: »Unsere Herzen sind beim indischen Volk inmitten des schrecklichen ­Covid-19-Ausbruchs« – aber ohne Angaben zu Hilfsmaßnahmen für das knapp 1,4-Milliarden-Einwohner-Land zu machen.

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