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Aus: Ausgabe vom 23.04.2021, Seite 16 / Sport
Beim Fananwalt

Vom Feuerwerk zum Zündplättchen

Von René Lau
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»Ruhe in Frieden, Spiel des Arbeiters«: Chelsea-Fans protestieren gegen »Super League«-Pläne (20.4.2021)

Aus Fansicht war das Wichtigste in dieser Woche sicherlich die Bekanntgabe der Pläne zwölf europäischer Fußballklubs, eine »Super League« zu gründen. Wie ich als Fananwalt zu diesem Konstrukt einer Gelddruckmaschine stehe, ist bekannt. Im Schatten der »Super League«-Pläne gab die UEFA aber auch die Reform der Champions League bekannt, und fast war man als Fan geneigt, dieses Vorgehen der UEFA gutzuheißen. Dabei geht es auch hier allein darum, mehr Spiele zu haben und großen Klubs ein Startrecht zu garantieren, was vor allem mehr Geld bringen soll.

Erfreulicherweise ist dann aus dem »Feuerwerk Super League« schnell ein feuchtes Zündplätzchen geworden, das Projekt wurde nach europaweiten Fanprotesten 48 Stunden später eingestampft.

Interessant war in diesen ereignisreichen Stunden auch, wie Vereine oder deren Funktionäre sich öffentlich äußerten. Da gab Oliver Mintzlaff als Vertreter des Dosenprodukts RB Leipzig bekannt, dass man »Verfechter des sportlichen Wettbewerbs« sei und dass »dieser im Profifußball vorsieht, dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt«. Oha, mag der Fan denken. Sportlicher Wettbewerb? Tabellenplatz erzielen? War das nicht der Verein, der vor wenigen Jahren in der fünften Liga starten konnte, allein weil er von einem Verein aus Markranstädt das Startrecht übernommen hatte? Wobei man davon ausgehen kann, dass Markranstädt dieses nicht selbstlos aus den Händen gab. Wenn man, wie behauptet, für sportlichen Wettbewerb steht, wäre es doch nur ehrlich gewesen, mit dem RB-Produkt in der zwölften Liga zu starten und sich sportlich emporzuarbeiten. So hat es jeder neu gegründete Verein schon immer machen müssen. Das hätte den Investoren aus Fuschl am See aber wohl zu lange gedauert. Und so nahm man das Brausegeld und marschierte in kürzester Zeit bis nach Europa, was keinem anderen normalen Verein auch nur ansatzweise gelungen wäre. Vielleicht sollten sich die Vertreter aus Leipzig bei solchen Themen lieber zurückhalten und statt dessen etwas für die Erweiterung der Mitgliederrechte im eigenen Verein tun. Sie selbst wissen, dass da genug zu tun wäre.

»Sport frei!« vom Fananwalt.

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