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Aus: Ausgabe vom 23.04.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Konjunktur

Inflation zieht vorüber

EZB geht von nur kurzfristigen Preissteigerungen aus. Nachfrage zu schwach
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Pause machen gibt es nicht: Die EZB treibt Banken per Strafzins zur Kreditvergabe

Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet trotz der dritten Coronawelle ihre Antikrisenmaßnahmen zunächst nicht aus. Sowohl das milliardenschwere Notkaufprogramm für Anleihen als auch die Zinsen bleiben unverändert, entschied der Rat der EZB am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie abzufedern, hat die EZB ein besonders flexibles Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) aufgelegt. Das Programm mit einem Volumen von inzwischen 1,85 Billionen Euro läuft bis mindestens Ende März 2022. Die Notenbank bekräftigte, das Tempo der Wertpapierkäufe im laufenden Quartal beschleunigen zu wollen. Anlass dafür ist, dass die Kapitalmarktzinsen zeitweise angestiegen waren, was die Finanzierung von Haushalten und Unternehmen verteuert und die wirtschaftliche Erholung zu belasten droht. Die Käufe helfen Staaten wie Unternehmen: Diese müssen für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer am Markt auftritt. Insbesondere für Staaten ist das wichtig, weil sie in der Coronakrise milliardenschwere Rettungsprogramme aufgelegt haben, die es zu finanzieren gilt.

Bei den Zinsen bleibt der Kurs ebenfalls unverändert: Den Leitzins im Euro-Raum halten die Währungshüter bei null Prozent. Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Institute bei den Kosten dafür entlasten.

Die EZB strebt ein Preisniveau bei einer mittelfristigen Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent im gemeinsamen Währungsraum an. Zuletzt hatte die Inflation im Euro-Raum angezogen. Im März lagen die Verbraucherpreise nach jüngsten Angaben des Europäischen Statistikamtes um 1,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Vormonat hatte der Anstieg der Teuerungsrate noch 0,9 Prozent betragen. Führende Vertreter der Notenbank sehen bislang aber kein Anzeichen für einen dauerhaften Anstieg der Inflation, sondern werten den jüngsten Sprung als Folge einmaliger Effekte. Sie verweisen unter anderem auf das Anziehen des Ölpreises und das Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zum Jahreswechsel. »Das schlägt durch, aber nur kurz«, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel jüngst dem Spiegel. Die Inflation dürfte nach Schnabels Einschätzung 2022 wieder sinken, weil die gesamtwirtschaftliche Nachfrage vermutlich weiterhin schwach bleibe. (dpa/jW)

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