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Aus: Ausgabe vom 21.04.2021, Seite 8 / Ansichten

Weiße Weste des Tages: Johnson & Johnson

Von Ina Sembdner
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Hauptsache Geld kommt rein: Wen stören da schon ein bisschen Asbest und andere krebserregende Stoffe im Puder

Angesichts der Dringlichkeit, einen Großteil der Menschheit gegen das Coronavirus zu impfen, wird Vertrauen großgeschrieben. Selbstredend nur in bezug auf Antagonisten des Westens. Seit neuestem wird Weltherrschaft nämlich in Laboren entwickelt – russischen und chinesischen natürlich. Für den US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J & J), eines der weltweit »wertvollsten« Unternehmen, gilt das selbstverständlich nicht.

Während sich die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) also erst im März des bereits seit August 2020 in Russland zugelassenen Impfstoffs »Sputnik V« annahm, erhielt J & J ein paar Tage nach der Notfallzulassung seines Vakzins durch die US-Behörde FDA auch den vorläufigen Segen des EU-Pendants, seit Dienstag uneingeschränkt. Aus gutem Grund, wie auch fünf EU-Abgeordnete in einem Brief an die EMA erklärten: Russland sei mehr als bereit, »medizinische und wissenschaftliche Daten sehr professionell und in großem Umfang zu politisieren und zu fälschen«. Auch die EMA-Vorsitzende Christa Wirthumer-Hoche hatte gleich klargestellt, »russisches Roulette« gebe es mit ihrer Behörde nicht.

Zu vernachlässigen sind im neuen Kalten Krieg die Hunderttausenden von J & J in den USA mitverantworteten Toten – der Pharmakonzern vertreibt und bewirbt Fentanyl, ein Opioid, 50mal stärker als Heroin. Am Dienstag folgte die nächste Milliardenklage, diesmal aus Kalifornien. Der Vorwurf: J & J haben »die Risiken starker Opioidschmerzmittel aus Profitgier verharmlost«. Ebenso irrelevant der Vertrieb krebserregenden Puders über Jahrzehnte.

Aber zurück zum Impfstoff: Vorläufige Aussetzung des Einsatzes und der Studien, verzögerter Marktstart in der EU, 15 Millionen Dosen durch eine »Produktionspanne« futsch. Sorgen muss sich J & J jedoch nicht: Ebenfalls am Dienstag meldete der Konzern sieben Prozent Gewinnsteigerung gegenüber 2020. Anteilseigner Blackrock freut’s.

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Klaus Korcz, Berlin: Über die Leichen der Berliner Dass die Bestellung von »Sputnik V« im neuen kalten Krieg durch die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus blockiert wird, scheint niemanden zu interessieren. Dem RBB war es eine kurze Meldung wert. Anso...

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