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Aus: Ausgabe vom 09.04.2021, Seite 2 / Inland
50 Jahre Roma-Kongress

Tag der Sinti und Roma

Veranstaltungen pandemiebedingt meist online. Romaday-Parade in Berlin
Von Matthias István Köhler und Marc Bebenroth
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Halten eigene Kultur lebendig: Roma-Musiker ziehen durch die Straßen von Bukarest (8.4.2008)

Weltweit wurde am Donnerstag der Internationale Tag der Sinti und Roma begangen. Es war der 50. Jahrestag des Ersten Internationalen Roma-Kongresses, der am 8. April 1971 in Orpington in der Nähe von London in Großbritannien abgehalten wurde. Wie das Nachrichtenportal romea.cz am Mittwoch schrieb, habe der Kongress damals die Fundamente für die internationale Zusammenarbeit der Roma-Bewegung gelegt.

Pandemiebedingt wurden die Veranstaltungen meist nur online abgehalten. In Tschechien war für den Abend ein Galakonzert der Philharmoniker mit der Roma-Musikerin Ida Kelarova angekündigt. In der BRD wurde unter anderem in Berlin die wegen der Pandemie verschobene Romaday-Parade abgehalten. Sie startete im Anschluss an eine Kundgebung am Denkmal für die von den Nazis in ganz Europa ermordeten Sinti und Roma – unter Einhaltung geltender Hygieneauflagen. Arbeiten für einen neuen S-Bahn-Tunnel bedrohten bis heute den Gedenkort in Berlin-Mitte, wie das Aktionsbündnis »Unser Denkmal ist unantastbar« und der Verein »Roma Trial« zuletzt im März erklärt hatten. Zielort der Parade war die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Auf den Weg gebracht hatte die Romaday-Parade die 2. Roma-Biennale, an der sich mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler beteiligen, wie der Tagesspiegel am Donnerstag online berichtete. Es ist der erste Umzug dieser Art seit dem Ausbruch der Pandemie.

Sinti und Roma seien heute »einem zunehmenden Antiziganismus in Form von Hassverbrechen, Hassreden, Zwangsräumungen, rassistischer polizeilicher Erfassung, Schulsegregation und struktureller Diskriminierung in unseren Gesellschaften ausgesetzt«, erklärte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am Donnerstag anlässlich des Jahrestages. Die EU-Kommission teilte mit, dass Roma immer noch mit »Vorurteilen, Diskriminierung, Antiziganismus und sozioökonomischer Exklusion« konfrontiert seien und erinnerte daran, dass die Minderheit besonderes hart von der Pandemie getroffen worden sei. Mit Blick auf die Situation in Europa hieß es, man habe »noch einen langen Weg vor sich, wenn es darum geht, Gleichberechtigung für Roma, Respekt für Vielfalt und gegenseitiges Verständnis für unsere Erfahrungen zu erreichen«.

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