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Aus: Ausgabe vom 31.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Das Führen lernen

Andruck | Mo., 19.15 Uhr, DLF
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Einer der einflussreichsten Managementtheoretiker in der BRD – und ehemaliger SS-Offizier: Reinhard Höhn

Schon der Titel provoziert: In seinem in Anlehnung an den Spruch am Tor des KZ Auschwitz benannten Buch »Gehorsam macht frei. Eine kurze Geschichte des Managements – von Hitler bis heute« untersucht der Historiker Johann Chapoutot eine bislang vernachlässigte Kontinuität. Klar und verständlich, so urteilt Martin Hubert im »Andruck«, dem Magazin für politische Literatur im Deutschlandfunk, lege das Buch dar, wie sich im deutschen Faschismus ein bis heute übliches unternehmerisches Denken ausbildete. Klassenkampf sei obsolet, wenn man nur Management als eine Menschenführung etabliere, in die sich die Angestellten und Arbeiter freiwillig einfügen. In der BRD avancierte der ehemalige SS-Oberführer Reinhard Höhn zum Direktor der »Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft Bad Harzburg« und beeinflusste die heute gängigen Managementstrategien nachhaltig. Das Rassistische und Antisemitische ließ man weg, die Ideologie gemeinsamer Interessen von Kapitalisten und »freien« Arbeitern verbreitete man weiter. (mp)

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