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Aus: Ausgabe vom 03.04.2021, Seite 2 / Inland
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»Nächster Schritt, sie zu unterstützen«

Perspektiven über Alltagslogik des Kapitalismus hinaus: LPG junge Welt nun mit 2.500 Mitgliedern. Ein Gespräch mit Michel Fenske
Interview: David Maiwald
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Leserinnen und Leser von junge Welt in Berlin

Sie sind das 2.500. Genossenschaftsmitglied der LPG junge Welt eG Gibt es für Sie ein bestimmtes Thema, das politisch oder gesellschaftlich besonders relevant ist?

Ja, schon. Das Ziel ist natürlich irgendwie zum Sozialismus, zum Kommunismus orientiert. Das ist für mich ja auch die junge Welt, die gibt ja auch Hoffnung. In der bürgerlichen Presse wird immer nur geschrieben oder diskutiert, wie der Kapitalismus am besten zu verwalten ist. Es gibt in der jungen Welt Perspektiven, die darüber hinaus zeigen. Ich habe das Gefühl, da sind Leute, die noch Ideen haben, wie die Welt noch zu retten ist.

Schön gesagt. Seit wann kennen Sie die jW?

Ich bin nicht in Hamburg aufgewachsen, sondern auf dem Dorf in Niedersachsen. Da hat man die junge Welt nicht am Kiosk bekommen. Mir war sie aber immer ein Begriff, ich habe mich immer als links bezeichnet. War ich in der Stadt, wo es die Zeitung dann zu kaufen gab, war das auf jeden Fall schön. Und abonniert habe ich sie, da gab es mal eine Aktion, als das Format umgestellt wurde. »Die letzten 200 Abos« oder so ähnlich, zu dem Zeitpunkt bin ich dazugekommen. Ich habe die junge Welt nun schon gut 15 Jahre lang abonniert.

Ist sie nach 15 Jahren schon eine Größe im Alltag?

Ja, klar, das ist dann schon wie das täglich Brot.

zu der Entscheidung, LPG-Mitglied zu werden?

Ich hatte mir das länger schon überlegt. Ich bin überzeugt vom Genossenschaftsmodell und davon, dass die junge Welt dadurch ihre Unabhängigkeit wahren kann, nicht auf Parteien oder andere Fremdfinanzierer im Hintergrund angewiesen ist. Ich lese die Zeitung jetzt schon so lange, und es ist für mich der nächste Schritt, sie auch weiterhin zu unterstützen.

Sie arbeiten in der Gesundheitsversorgung. Welche Veränderungen haben Sie im Arbeitsalltag erfahren?

Corona hat den Arbeitsalltag total verändert. Wir haben schnell gemerkt: Wir können nicht zumachen, müssen sehen, dass der Betrieb weitergeht. Gearbeitet haben wir in zwei Teams: Wenn sich eines infiziert, kann das zweite Team den Laden aufrechterhalten, dachten wir. Und natürlich: Maskenpflicht, Abstandsregelungen, haben wir alles eingeführt. Wir haben in Notversorgung, mit möglichst wenig direktem Patientenkontakt gearbeitet. Wir konnten so aber nicht mehr wirklich therapeutisch arbeiten. Wir haben gemerkt: Das reicht nicht. Die Patienten brauchen nicht nur Medizin, sondern auch Gespräche, brauchen uns auch als Menschen.

Richtiger Kontakt war nicht mehr möglich. Wie sehr hat dies das Team beansprucht?

Es hat uns eher zusammengeschweißt, trotz der Teamteilung. Wir waren keine Insel und mussten gucken, wo wir unsere Masken herkriegen: Wir gehören zum Asklepios-Konzern und sind angegliedert an das Klinikum Nord in Ochsenzoll.

Das Gesundheitswesen war und ist stark unter Druck. Inwiefern haben Sie das in der Berichterstattung dieser Zeitung wiedergefunden?

Mit der Berichterstattung war die junge Welt eher auf meiner Linie. Während der Klatschaktionen für Pflegekräfte, da hat sich die Zeitung gut drüber aufgeregt. Denn materiell hat sich an den Bedingungen überhaupt nichts verändert. Ich fand es schön, auch Konzepte wie die der »Zero Covid«-Initiative oder aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens zu lesen. Mir hat das Coronadossier gefallen.

Haben Sie das Gefühl, die junge Welt hätte sich eines bestimmten Themas annehmen müssen?

Sie hat das schon gemacht, zum Beispiel berichtet, wie es in anderen Ländern läuft. Ich hätte mir vielleicht noch mehr Berichte gewünscht, die stärker ins Detail gehen, beispielsweise zur Frage, wie China das geschafft hat.

Welchen Unterschied haben Sie im Umgang mit dem Thema in bürgerlichen Medien festgestellt?

In der jungen Welt wurde mehr ein Fokus darauf gelegt, was diese Pandemie mit den Menschen macht, auch mit denen die im Gesundheitswesen arbeiten. Nicht nur: Wie sind die Zahlen, wie sind die Kapazitäten, was machen die Intensivbetten?

Fühlen Sie sich dieser Zeitung jetzt mehr zugehörig mit der Mitgliedschaft in der Genossenschaft?

Man sieht ja schon auf der ersten Seite: »Die junge Welt wird herausgegeben von soundsoviel Genossinnen und Genossen.« Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall auch als Teil der Herausgeberschaft der jungen Welt.

Michel Fenske ist Krankenpfleger in der pflegerischen Leitung der Drogenambulanz Hamburg. Er ist das 2.500. Genossenschaftsmitglied der LPG junge Welt eG

Wer hat Angst vor wem?

Diejenigen, die sich nicht scheuen, gegen Faschismus, Rassismus, Krieg und Ausbeutung einzutreten? Die dafür mit Verfolgung und Repression rechnen müssen? Oder diejenigen, die Verfassung und die herrschenden Verhältnisse »schützen«?

Für alle, die es wissen wollen: Die junge Welt drei Wochen lang (im europäischen Ausland zwei Wochen) gratis kennenlernen. Danach ist Schluss, das Probeabo endet automatisch.

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