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Aus: Ausgabe vom 25.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

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Fazit | Di., 23.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
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Offenbar ignorant gegenüber Rassismus: Das Schauspielhaus Düsseldorf

Wieder erhebt ein Theaterschauspieler schwere Vorwürfe. Nach dem notorischen Sexisten Klaus Dörr, der nach Veröffentlichung seiner Praktiken gegenüber Schauspielerinnen seinen Intendantenposten bei der Berliner Volksbühne räumen musste, geht es dieses Mal um offenbar selbstverständlich in den Berufsalltag integrierten Rassismus am Düsseldorfer Schauspielhaus. Deutschlandfunk Kultur greift in seiner Sendung »Fazit« den Fall des 29jährigen Ron Iyamu auf. Er habe einen haitianischen Freiheitskämpfer spielen sollen, und nach seiner Zusage betitelte ihn der Regisseur nur noch als »Sklave«. Befremdlicher als dieser individuelle Rassismus ist aber, dass er es a) zeitnah gemeldet hatte und keine Reaktion erfolgte und b) sich andere Theaterbeschäftigte dadurch ermuntert fühlten, es dem Regisseur gleichzutun. Erst nach einem WDR-Interview vergangene Woche habe man reagiert – mit Standardansage: Man habe doch einen »Diversity-Beauftragten« eingeführt. Fragt sich nur, mit welchem Aufgabenprofil. (si)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Carsten Glienke, Leipzig: Plumper Alarmismus Leider ist im Nachschlag über den Vorfall am Düsseldorfer Schauspielhaus nicht erwähnt worden, worin der integrierte Rassismus eigentlich bestanden hat. War es die Tatsache, dass Ron Iyamu die Rolle (...

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