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Aus: Ausgabe vom 14.12.2020, Seite 8 / Abgeschrieben

Trauer um Christian Krähling

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Streik bei Amazon in Leipzig (Dezember 2016)

Zum Tod des Gewerkschafters Christian Krähling schrieb Die Linke Hessen am Sonnabend:

Christian war das Gesicht und das Herz des Arbeitskampfes bei Amazon in Bad Hersfeld. Wenn es im letzten Jahrzehnt Leuchttürme der Gegenwehr gegen die neoliberale, marktradikale, deregulierte und entrechtlichte Arbeitswelt gab, so waren es sicherlich die Streiks bei Amazon. Der Beginn der Streiks ging von Bad Hersfeld aus, und Christian hatte ganz wesentlichen Anteil daran. Mit nimmermüder Energie kämpfte er für die Durchsetzung eines Tarifvertrages, gegen entwürdigende Arbeitsbedingungen, bereitete er Aktionen vor, plante und organisierte Streiks und stand während der Streiks immer an vorderster Stelle, kümmerte sich als Vertrauensmann und Betriebsrat um die individuellen Probleme und Nöte seiner Kollegen*innen.

Er trieb die Vernetzung der Beschäftigten der verschiedenen Standorte voran, war auf unzähligen überregionalen Treffen und Veranstaltungen präsent, war beteiligt an dem Zustandekommen einer für Arbeitskämpfe wohl einzigartigen europäischen, ja weltweiten Verknüpfung der Amazon-Beschäftigten und der Herausbildung einer internationalen Solidaritätsbewegung.

Darüber hinaus engagierte er sich auch für Die Linke. Bei der Landtagswahl 2018 stellte er sich als Kandidat auf Platz 14 der Landesliste und als Direktkandidat in Hersfeld-Rotenburg zur Verfügung. Wir haben seine Kandidatur für Die Linke als Ehre für unsere Partei empfunden.

Wir trauern mit den Angehörigen und seinen Amazon-Kolleg*innen, wir behalten Christian in unserer Erinnerung und in unseren Herzen und werden in seinem Sinne für soziale Rechte, Tariflöhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen kämpfen, für eine Welt, in der die Demokratie nicht vor den Werkstoren endet.

Zum Aktionstag gegen den Beschluss der Innenministerkonferenz, den Abschiebestopp nach Syrien nicht zu verlängern, am Sonntag in bundesdeutschen Städten teilte Jan Behrends vom Bündnis Seebrücke aus Hamburg mit:

Wir beobachten seit Jahren, wie die Europäische Union Menschenrechte verletzt. Auf Lesbos sitzen die Menschen ohne Duschen, ohne Warmwasser, zum Teil auch ohne Strom im neuen Camp fest. Durch den Lockdown ist auch der Zugang zu medizinischer Versorgung eingeschränkt. Wir fordern, dass die Menschenrechte für alle gelten. Die Lager müssen sofort evakuiert werden.

An den europäischen Außengrenzen setzt sich die Seebrücke für Menschenrechte ein und macht daher mit einem überregionalen Aktionstag auf die dramatischen Situationen u. a. auf den griechischen Inseln aufmerksam. Unter dem Motto »Wärme für alle« finden in zahlreichen Städten u. a. in Köln, Leipzig und Erfurt Aktionen statt.

Am Sonnabend hat der Parteivorstand von Die Linke die Einberufung des Bundesparteitages als hybriden Parteitag beschlossen. Er wird am 26. Februar 2021 online und am 27. Februar 2021 dezentral in Präsenz stattfinden. Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler erklärte dazu:

Unser Konzept für den hybriden Parteitag vereint das beste aus beiden Welten, soweit Corona es eben erlaubt. Am ersten Tag wird online Raum für ausführliche Beratung sein, für Berichte und Debatte. Am dezentralen Präsenztag werden sich die Delegierten an 16 verschiedenen Orten treffen, um zu wählen und über Satzungsanträge abzustimmen. Die Stimmen werden dabei jeweils vor Ort sofort gezählt und, ähnlich wie beim Eurovision Song Contest, an einen zentralen Ort gemeldet, der dann das Gesamtergebnis bekanntgibt. Damit erreichen wir beides: Wir haben Raum für politische Beratungen und Meinungsbildung, und am Ende des Parteitages wird der neue Parteivorstand gewählt sein, der Die Linke ins Bundestagswahljahr führt.

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