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Aus: Ausgabe vom 02.12.2020, Seite 10 / Feuilleton

Schoß, Sense, Mahlich, Lindermann

Von Jegor Jublimov
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»Breites Spektrum«: Gunter Schoß

Die Autoren, die ihm am meisten gäben, seien Goethe und Daniela Dahn, offenbarte Gunter Schoß kürzlich in einem Interview. Ein breites Spektrum! Und das vertrat der Schauspieler und Sprecher, der an diesem Mittwoch seinen 80. begeht, auch in all seinen Rollen. Der Berliner Werkzeugmacher trat an einem Arbeitertheater auf, bevor er sein Schauspielstudium aufnahm. Mit seinem ersten DFF-Film »Egon und das achte Weltwunder« wurde er 1965 populär. Im Fernsehensemble drückte er vielen Rollen seinen ganz persönlichen Stempel auf: als Bauleiter »Heiner Fink« (1970), als Peter Edels »Zeuge Schattmann« (1972), als Held »Max Dortu« (1977) in der 48er Revolution, Beaumarchais in Goethes »Clavigo« (1978), Bebel in »Bebel und Bismarck« (1981) und so weiter. Seit den 90er Jahren verdingte er sich in gängiger Serienware wie »Der Landarzt« (2009–2013) und »Tierärztin Dr. Mertens« (2006–2019), erwarb währenddessen als Sprecher und Moderator beim MDR den Ruf eines Geschichtserklärers.

Nicht nur im »Unsichtbaren Visier« waren Gunter Schoß und Traute Sense Kollegen. Die auf markante Episodenrollen spezialisierte Schauspielerin, die 1997 starb, wurde an diesem Mittwoch vor 100 Jahren geboren. Als sie ihre Laufbahn bei Wanderbühnen in den Sudeten begann, ahnte wohl niemand, dass sie einmal eine beliebte Darstellerin in noch heute gern gesehenen DFF-Silvesterschwänken werden würde. Von 1976 bis 1982 war sie die Herta, die »Maxe Baumann« (Gerd E. Schäfer) immer wieder Zunder geben musste, doch sie gestaltete auch Charakterrollen, etwa in Maetzigs »Schlösser und Katen« (1956) oder als wenig einfühlsame Mutter von Christine Schorn in Lothar Warnekes »Die Beunruhigung« (1982).

Es ist kein Zufall, dass sich Holger Mahlich dem breiten Publikum als Sheriff in den Indianerfilmen der Defa »Spur des Falken« und »Weiße Wölfe« (1968/69) ins Gedächtnis brannte. Sein Vater, der Produktionsleiter Hans Mahlich, hatte die Idee für diese Abenteuerfilmreihe. Der Sohn spielte Theater in Potsdam und am Berliner Ensemble, nebenbei wurde er vor der Kamera ein Publikumsliebling. Nachdem er 1982 in den Westen ging, spielte er in zehn »Tatort«-Folgen und vielen anderen Serien, führte am Theater auch Regie. Am Sonntag wird er 75.

Am selben Tag hat Ralf Lindermann 60. Geburtstag. Als Baufacharbeiter spielte er im Betriebskabarett »IHBtiker«, studierte dann in Babelsberg und war Schauspieler in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Bei der Defa übernahm er 1990 eine Hauptrolle im Friedensfahrtfilm »Über die Grenze«, aber seine heutige Bekanntheit erlangte er als Fernseharzt in lange laufenden TV-Serien »Hallo Onkel Doc« (1994–98) und »Unser Charly« (1997–2012). Als Menschenfreund engagiert er sich in der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.

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