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Aus: Ausgabe vom 19.10.2020, Seite 5 / Inland
Arbeitskämpfe in der BRD

Prügel für Benko

Kahlschlag: Beschäftigte knöpfen sich »Galeria«-Eigentümer symbolisch vor
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»Galeria«-Beschäftigte haben den Verursacher der Misere vor den Fäusten: René Benko (Düsseldorf, 17.10.2020)

Hunderte Beschäftigte der Warenhauskette »Galeria Karstadt-Kaufhof« (GKK) haben am Sonnabend nach Gewerkschaftsangaben in ganz Nordrhein-Westfalen gegen die Schließung ihrer Filialen protestiert. In Düsseldorf konnten sie ihrem Unmut dank der Unterstützung des bekannten Karnevalswagenbauers Jacques Tilly auf besondere Art Luft machen: Mit Boxhandschuhen schlugen GKK-Kollegen auf eine überlebensgroße Pappfigur ein, die Firmeneigner René Benko darstellte, bis die Puppe auseinanderfiel. Rund 2.500 Beschäftigte verlieren laut Verdi nach GKK-Filialschließungen ihren Job.

Beschäftigte, teilweise in schwarze T-Shirts gekleidet, auf denen Trauersticker prangten, trugen das Warenhaus während des Demonstrationszuges in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt symbolisch zu Grabe. Bis zum Ende des Monats sollen bundesweit rund 35 GKK-Filialen dichtmachen. Für die meisten war nach Angaben der Gewerkschaft am Sonnabend der letzte Arbeitstag. Bereits Wochen zuvor wurden die Sortimente in den Regalen regelrecht verramscht, so Verdi. In Bonn und Essen waren die Lichter schon früher ausgegangen, nachdem die Regale leergekauft waren. Im Januar sollen sechs weitere Schließungen folgen.

Besonders für kleine Städte, darunter Gummersbach, Neumünster und Witten, sind die Filialschließungen ein herber Rückschlag im Kampf um Publikumsverkehr in ihren Zentren. Mit den rund 130 verbleibenden Warenhäusern hofft der angeschlagene Konzern, schnell wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren – auf Kosten entlassener Lohnabhängiger.

Bis zuletzt hätten die Beschäftigten mit Verdi und den Betriebsräten um den Erhalt der Filialen und somit ihrer Arbeitsplätze gekämpft. Dafür seien viele lokale Bündnisse mit betroffenen Städten geschlossen worden. Dadurch konnten 21 Häuser von 62 auf der Schließungsliste gerettet werden.

Verdi warf unterdessen der Geschäftsführung Missmanagement vor. »Viele sind nicht nur unendlich traurig über ihren Jobverlust, sie empfinden auch berechtigte Wut auf die derzeitige Unternehmensleitung«, sagte Gewerkschaftssekretärin Miriam Jürgens am Sonnabend gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. (dpa/jW)

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