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Aus: Ausgabe vom 14.10.2020, Seite 5 / Inland
Digitale Stütze für Lehrer

Enttäuschender »Schulgipfel«

Bisher hat sich zuwenig bewegt, kritisieren Bildungsgewerkschaften GEW und VBE
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Eine Seltenheit: Nur wenige Lehrkräfte verfügen über einen Dienstlaptop oder Tabletcomputer

Zwei Monate nach dem ersten Spitzengespräch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur schnelleren Digitalisierung der Schulen in Coronazeiten sehen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kaum Fortschritte. »Den Ankündigungen des Schulgipfels sind noch viel zuwenig Taten gefolgt. Die Mühlen mahlen langsam, und so werden die Erwartungen, dass alles von heute auf morgen umgesetzt wird, enttäuscht«, zitierte die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

Am 13. August hatten Merkel, die SPD-Kovorsitzende Saskia Esken, Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Vertreter mehrerer Bundesländer vereinbart, dass Lehrer mit Dienstlaptops ausgestattet, alle Schulen »schnellstmöglich« an das schnelle Internet angeschlossen werden und Schüler eine Internetflatrate für maximal zehn Euro bekommen sollen. Bei einem zweiten Gespräch im Kanzleramt im September wurde zudem der Aufbau »digitaler Kompetenzzentren« für die Lehrerweiterbildung vereinbart.

Der aktuelle Stand ist eher unbefriedigend. Beispiel Laptops für Lehrer: 500 Millionen Euro hat der Bund dafür angekündigt. Möglichst noch in diesem Jahr sollen Hunderttausende Lehrerinnen und Lehrer ausgestattet werden, hatte es zuletzt geheißen. Diese sollen im Notfall damit über sichere Kanäle und funktionierende Lernplattformen mit den Schülern kommunizieren, Onlineunterricht durchführen und Leistungen bewerten können. »Noch immer verfügen nur wenige Lehrkräfte über einen Dienstlaptop«, heißt es beim VBE. »Bis heute müssen an die 90 Prozent der Lehrkräfte ihre Privatgeräte nutzen«, sagte Tepe.

Flatrate für Schüler: Es habe Gespräche mit mehreren Firmen gegeben, die eine solche anbieten wollten, hieß es. Von der Umsetzung der Vorstellung, dass »für jede Schülerin und jeden Schüler der Zugang zu einem günstigen Internetzugang gewährleistet ist, sind wir noch weit entfernt«, bilanzierte der VBE. Am Montag kündigte Vodafone eine solche Flatrate an: »Zehn Euro netto pro Monat für die feste Ende-zu-Ende-Verbindung zum Schulserver«, wie es in einer Mitteilung hieß. Schulträger könnten den Tarif für ihre Schüler noch im November mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit buchen.

Schnelle Netze: Auch hier beklagen GEW und VBE, dass es zu langsam vorwärts geht. Das Angebot an Fort- und Weiterbildungen, die für das Lehren in der digitalen Welt fit machen sollen, »gleicht weiterhin einer Wüste, in der man die Oasen suchen muss«, sagte Tepe. VBE-Chef Udo Beckmann vermisst ebenfalls flächendeckende staatliche Angebote einer praxisorientierten Fort- und Weiterbildung für den digitalen Unterricht. (dpa/jW)

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»Besonders in der Schule lernt man wenig über die tatsächlichen historischen und aktuellen Zusammenhänge, umso wichtiger ist die junge Welt mit ihrem Beitrag zur Aufklärung.« – Saskia Bär, Studentin

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Ludger Klein-Ridder, Gütersloh: Keine Gewerkschaft Es heißt hier es zum Schulgipfel: »Bildungsgewerkschaften GEW und VBE«. Korrekterweise muss klar sein, dass der VBE keine Gewerkschaft ist sondern ein Verband, der dem Beamtenbund nahesteht. Wie gern ...

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