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Aus: Ausgabe vom 25.09.2020, Seite 15 / Feminismus
Angriff auf Studentin

Freie Kleiderwahl nur für Mutige?

Nach sexistisch motiviertem Angriff auf Studentin: Debatte über Schutzmaßnahmen in Frankreich
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Wer sich beim Anblick von Frauenbeinen nicht zusammenreißen kann, findet immer eine Erklärung

Ein sexistisch motivierter Angriff auf eine Studentin in Strasbourg sorgt in Frankreich für Empörung. Die mutmaßlichen Täter sollen sich dabei an der Kleiderwahl der Frau gestört haben.

Die Regierung verurteile den Vorfall in Strasbourg scharf, sagte Sprecher Gabriel Attal am Mittwoch. Jeder müsse in Frankreich in der Lage sein, in der Kleidung auf die Straße gehen zu können, die sie oder er tragen wolle. Frauen dürften sich nicht wegen ihrer Aufmachung gefährdet fühlen, belästigt, bedroht oder angegriffen werden, betonte Attal.

Die 22 Jahre alte Studentin wurde nach eigenen Angaben vergangenen Freitag tagsüber nahe der Strasbourger Innenstadt von drei Männern erst beschimpft und dann geschlagen, weil sie einen Rock trug. Die Männer hätten sie »Schlampe in einem Rock« genannt, sagte die Frau dem regionalen Radiosender France Bleu Alsace. Anschließend hätten zwei der Männer sie festgehalten und der dritte ihr ins Gesicht geschlagen bevor sie flohen, so die Studentin. Sie erhob zudem Vorwürfe gegen Zeugen des Angriffs. Rund 15 Menschen hätten zugesehen, aber nichts unternommen, sagte die 22jährige. Die Polizei leitete Medienberichten zufolge Ermittlungen zu dem Fall ein. Demnach erstatte die Studentin auch Anzeige. Die beigeordnete Ministerin im Innenministerium und frühere Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa, reiste am Mittwoch nach Strasbourg, um sich dort mit Vertretern der Polizei und Präfektur zu treffen, um über eine Verbesserung des Schutzes für Frauen zu sprechen. »Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich und die Frau noch weniger«, sagte Schiappa France Bleu.

In Strasbourg werde bis 2021 durch das Innenministerium ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin in der Polizeistation eingestellt, sagte Schiappa einem Bericht der Lokalzeitung DNA zufolge. Damit solle der Dialog zwischen Opfern geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt und der Polizei verbessert werden. (dpa/jW)

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