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Aus: Ausgabe vom 23.09.2020, Seite 2 / Inland
Drastische Maßnahmen in Bayern

Maskenpflicht und Sperrstunde

Neue Coronaregeln in Bayern. BRD-weit rund 142.000 Personen in Quarantäne
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Mundnasenschutzmasken mit dem Konterfei König Ludwigs II. werden zur Zeit an einem Kiosk vor dem Rathaus am Münchner Marienplatz verkauft

In besonders von der Coronapandemie betroffenen Kommunen Bayerns gilt nun nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region innerhalb von sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen.

Nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder sind nach wie vor »sehr viele« Urlaubsrückkehrer verantwortlich für die aktuell hohen Infektionszahlen in Bayern. Der CSU-Politiker sprach zudem von übermäßigem Leichtsinn. »Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst.« Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter.

Jeder einzelne Fall kann nach derzeit geltenden Verordnungen auch gravierende Folgen für Dutzende Nichtinfizierter haben. Das bekommt unter anderem der 11. Jahrgang des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums in Bad Tölz zu spüren: 75 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrer müssten sofort in Quarantäne, teilte der Landkreis am Dienstag mit. Denn ein Schüler sei positiv getestet worden, auch wenn er keine Symptome zeige. So wie den Betroffenen in Bayern geht es derzeit Zehntausenden in Deutschland – nicht nur in Schulen: Nach Einschätzung von Risklayer, einer Corona-Beobachtungs- und Analyseplattform im Internet mit Sitz in Karlsruhe, befinden sich momentan rund 142.000 Personen in Deutschland in Quarantäne – Tendenz schnell steigend.

Zwar betonen das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium, dass die Landkreise die Zahl der Quarantänebetroffenen nicht melden müssten und es deshalb keine offiziellen Zahlen gebe. »Aber wir analysieren zweimal täglich die Daten aller Landkreise – und 132 von den rund 400 Landkreisen weisen tatsächlich auch die Quarantänefälle aus«, sagt James Daniel, Geschäftsführer von Risklayer, der Nachrichtenagentur Reuters. (dpa/Reuters/jW)

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