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Aus: Ausgabe vom 19.09.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Goldgrube Giftmüll

Die Story | Mi., 22.15, WDR
Im Sonderabfall-Zwischenlager in Heßheim wird Giftmüll verladen
Im Sonderabfallzwischenlager in Heßheim wird Giftmüll verladen und neu verpackt

»Fachleute behaupten, mit Abfall lässt sich mehr Geld machen als mit Drogen«, gibt ein mit der Kontrolle von Mülltransporten betrauter Polizist in der WDR-Dokumentation »Giftmüll: Deutschlands schmutziges Geheimnis« zu Protokoll. In der Tat fallen in Deutschland jährlich 18,4 Millionen Tonnen Sondermüll an. Geld verdienen lässt sich mit Falschdeklarationen, die in Deutschland besonders leicht fallen, da die Produzenten selbst angeben, welche Abfälle sie erzeugen. Kontrollen? Bestenfalls stichprobenartige. Das waren leider auch schon alle relevanten Ergebnisse des Berichts. Der investigative Aufhänger – der Tod zweier Männer in einem Sondermüll-Zwischenlager in Heßheim (Rheinland-Pfalz) – ist nur wenig ergiebig. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt, die Verantwortung für die Entstehung der giftigen Dämpfe, die als Todesursache festgestellt wurden, ist noch ungeklärt. Man hätte dem Thema eine tiefergehende Recherche gewünscht, aber Reportagen sind hierzulande wohl weniger profitabel als Abfall. (mp)

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