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Aus: Ausgabe vom 18.09.2020, Seite 2 / Inland
Coronapandemie in der BRD

Mehr Coronafälle in BRD

Laut RKI meiste Neuinfektionen seit April. Reiche Staaten sichern sich Impfstoff
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Behelfsmäßige Coronatests in Bayern, nachdem auf einem Bauernhof 170 Erntehelfer positiv getestet worden waren (Mamming, 28.7.2020)

In der Bundesrepublik hat die Zahl der gemeldeten Coronaneuinfektionen den höchsten Tageswert seit April erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag morgen hervor. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland laut RKI 2.194 neue Coronainfektionen gemeldet. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Laut RKI stecken sich zwar zunehmend wieder Menschen in der BRD an. Aktuell würden aber immer weniger der gemeldeten Coronainfizierten versterben. Dies liege »hauptsächlich daran, dass relativ viele junge Menschen neu diagnostiziert werden«.

Neben Wissenschaftlern setzt auch die Bundesregierung auf die möglichst zeitnahe Verfügbarkeit eines Impfstoffes. Einem aktuellen Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam zufolge haben mehrere reiche Nationen, deren Bewohner zusammen nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, bereits mehr als die Hälfte der angekündigten Coronaimpfstoffdosen gesichert. Für die am Mittwoch (Ortszeit) in den USA veröffentlichte Studie untersuchte Oxfam Verträge, die die Hersteller der fünf derzeit potentiell aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten abgeschlossen haben.

Die gemeinsame Produktionskapazität dieser Unternehmen schätzte Oxfam auf 5,9 Milliarden Dosen. Das wäre genug für die Immunisierung von etwa drei Milliarden Menschen, da die meisten der möglichen Impfstoffe voraussichtlich eine zweimalige Impfung erfordern. Die Hersteller Astrazeneca, Gamaley/Sputnik, Moderna, Pfizer und Sinovac haben dem Bericht zufolge bereits Verträge über die Lieferung von 5,3 Milliarden Dosen abgeschlossen. 2,7 Milliarden davon wurden von hochentwickelten Ländern oder Staatengruppen wie den USA, der EU, Australien, Großbritannien und der Schweiz gekauft. Die restlichen 2,6 Milliarden Dosen haben sich Schwellenländer wie Brasilien, Indien, Mexiko und China gesichert.

Oxfam und andere Hilfsorganisationen fordern einen Impfstoff, der kostenlos und auf der Grundlage des Bedarfs ausgegeben werden soll. Pharmafirmen sollten ihre Erkenntnisse patentfrei zur Verfügung stellten, »statt ihre Monopole zu schützen und an den Meistbietenden zu verkaufen«, so Robert Silverman von Oxfam America. (dpa/AFP/jW)

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Debatte

  • Beitrag von Marco O. aus B. (18. September 2020 um 13:10 Uhr)
    Wenn man mehr Tests macht, kommt man automatisch zu mehr positiven Tests.

    Das heißt nicht, dass mehr Leute erkranken!

    Wir sind immer noch bei unter ein Prozent Positivenrate.

    Auch die enorm gestiegenen positiven Testzahlen in Frankreich und Spanien bedeuten noch lange nicht, dass es mehr Erkrankte gibt. Schaut das Video aus dem spanischen Fernsehen, in dem ein Arzt sehr deutlich sagt, dass es keine Pandemie mehr gibt.

    Lest das neue Buch von Dr. Karina Reiss und ihrem Mann Dr. Sucharit Bhakdi

    (»Corona-Fehlalarm«).

    Inzwischen tötet das Virus (fast) gar nicht mehr seinen Wirt.

    Es lebt in uns umd wir sind (fast) alle inzwischen immun dagegen.
    • Beitrag der jW-Redaktion (18. September 2020 um 17:12 Uhr)
      Das stimmt nicht. Was hier im Kommentar behauptet wird, ist falsch. Es gibt sehr wohl mehr Infizierte und auch Erkrankte. Zum Fall Spanien gibt es in der Wochenendausgabe einen Artikel. (jt)

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