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Aus: Ausgabe vom 16.09.2020, Seite 8 / Ansichten

Canossa-Gänger des Tages: Mathias Döpfner

Von Michael Merz
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Alter und neuer Präsident des Verbands der Zeitungsverleger: Mathias Döpfner

Zwölf »öffentliche Rügen« hat der Deutsche Presserat am vergangenen Freitag ausgesprochen, das ist die härteste Strafe, die sich ein Medium für die Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht einhandeln kann. Fünf dieser Rügen gingen – wenig überraschend – an die Adresse von Bild, damit wieder einmal unangefochtener Spitzenreiter. Die Bluthunde um Chefredakteur Julian Reichelt haben vermutlich die Schampuskorken knallen lassen.

Der Presserat monierte typische Bild-Abscheulichkeiten, bei denen das Leiden von Menschen so direkt wie möglich vor einem Millionenpublikum ausgebreitet wird. Eine ausgesprochen widerliche Geschichte fand sich noch gar nicht auf der Liste, sicher weil sie erst Anfang September ins Blatt gehievt worden war: die Veröffentlichung von Chatnachrichten eines elfjährigen Jungen, dessen fünf Geschwister gerade getötet worden waren. Am Dienstag kroch der Boss des Axel-Springer-Konzerns dann zu Kreuze: »Wir haben den Schutz von Minderjährigen in diesem Fall eindeutig missachtet«, bekannte Mathias Döpfner beim Kongress des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Wow, Einsicht! Auf diese kam er aber nicht, ohne zu erwähnen, dass neben Bild »auch andere Medien« aus dem Chat zitiert hätten. Wohlgemerkt: die anderen sind RTL und RTL.de, deren Chefredakteurin ist Tanit Koch – die mit Reichelt einst eine Bild-Doppelspitze gebildet hatte. Gelernt ist eben gelernt. Döpfner hat sich die Verleger eh längst untertan gemacht. Seine Wiederwahl zum BDZV-Präsidenten am Montag kommentierte der Übermedien-Journalist Boris Rosenkranz auf Twitter: »Die Zeitungsverleger in Deutschland sind so sauer auf Bild und wie die da so arbeiten, dass sie heute den Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner erneut zum Präsidenten ihres Verbands gewählt haben. Einstimmig.«

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