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Aus: Ausgabe vom 11.08.2020, Seite 8 / Abgeschrieben

Appell für atomwaffenfreies Europa

Die deutsche Sektion der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) machte am Sonntag auf einen Aufruf von Organisationen für ein atomwaffenfreies Europa aufmerksam. Darin heißt es:

Zum 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wird eine neue Kampagne gestartet, um Europa zu einer kernwaffenfreien Zone zu machen. Die Kampagne wird von acht Organisationen initiiert: der Bertrand Russell Peace Foundation, Church and Peace, dem Internationalen Netzwerk von Ingenieuren und Wissenschaftlern für globale Verantwortung (INES), dem Internationalen Friedensbüro (IPB), dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB), der europäischen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), Pax Christi International und Quakers Europe. Sie haben sich zusammengeschlossen, um ihre Besorgnis über die globale Situation zum Ausdruck zu bringen, die ihrer Meinung nach gefährlicher ist als je zuvor.

In einer unterstützenden Erklärung, die mit dem Appell herausgegeben wurde, wird darauf hingewiesen, dass »die Rüstungskontrollverträge nicht mehr eingehalten werden und die Regierungen begonnen haben, die Atomwaffenarsenale zu aktualisieren und zu erweitern«. Parallel dazu verringern neue Technologien die Möglichkeit menschlichen Eingreifens und verkürzen mögliche Reaktionszeiten. Und sie sagen, dass dies »die Zeit verkürzt, die zur Verfügung steht, um über mögliche Reaktionen nachzudenken«, und daher »die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Unfalls oder Fehlers dramatisch zunimmt«.

In der Erklärung heißt es weiter, dass »die Welt an einem Scheideweg steht und Europa eine strategische Entscheidung treffen muss: Teil des Wettrüstens zu bleiben oder eine globale Führungsrolle zu demonstrieren, indem es einen friedlichen Ansatz für eine gemeinsame globale Sicherheit fördert«.

In der Kampagne wird auch darauf hingewiesen, dass die Menschen seit vielen Jahren ein atomwaffenfreies Europa und die Beseitigung der in ihren Ländern befindlichen US-Atomwaffen fordern. In jüngster Zeit haben sie sich auch bei ihren Regierungen dafür eingesetzt, dass der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) ratifiziert wird.

»In dem Maße, wie die Risiken einer nuklearen Konfrontation in Europa wachsen und sich auf den Nahen Osten, China und die koreanische Halbinsel ausbreiten, und auf dem Weg aus der Pandemie, haben wir die Chance, uns wieder neu aufzustellen. Heute schließen wir uns den Stimmen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki an und appellieren an unsere Mitbürger, Politiker und Regierungen, dringend eine europäische atomwaffenfreie Zone zu unterstützen.«

Die Proklamation der Bürger ruft alle europäischen Regierungen dazu auf:

– die Modernisierung aller Atomwaffen zu beenden,

– die nukleare Teilhabe zu beenden,

– und den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) zu unterzeichnen und zu ratifizieren.

Weitere Einzelheiten sowie die ­Möglichkeit zur Unterzeichnung und Unterstützung des Aufrufs sind zu finden unter: https://www.nukefreeeurope.eu/

Unverzichtbar!

»Ich schätze die junge Welt wegen ihrer solidarischen Haltung und Berichterstattung zu Kuba. Dabei deckt sie Fake-News auf und schreibt über sonst totgeschwiegene Themen.« Samuel Wanitsch, Mitglied der nationalen Koordination der Vereinigung Schweiz-Kuba

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