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Aus: Ausgabe vom 01.08.2020, Seite 1 / Inland
Eisenbahnhersteller

Alstom übernimmt Bombardier-Zugsparte

Nach Fusion zum zweitgrößten Eisenbahnhersteller fordert IG Metall Einhaltung der Tarifverträge
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Ungewisse Zukunft nach der Fusion von Alstom und Bombardier: Beschäftigte und IG Metall protestieren für Werkserhalt (Hennigsdorf, 16.7.2020)

Es war zu erwarten, nun ist es passiert: Die EU-Kommission erlaubt den milliardenschweren Zusammenschluss von Alstom und der Bombardier-Zugsparte zum zweitgrößten Eisenbahnhersteller der Welt. Allerdings müsse Alstom die Vermögenswerte, die Bombardier in die mit Hitachi entwickelte Höchstgeschwindigkeitszugplattform »Zefiro« eingebracht habe, sowie Werke im französischen Reichshoffen und im deutschen Hennigsdorf verkaufen, teilte die sogenannte Wettbewerbsbehörde am Freitag mit.

Der französische Hersteller der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge hatte die Übernahme der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns im Februar dieses Jahres angekündigt. Nach damaligen Angaben wird sie die Franzosen etwa 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro kosten.

Über eine Freigabe der von Alstom geplanten Übernahme des Konkurrenten war bereits direkt im Vorfeld der Entscheidung spekuliert worden. »Wir erwarten mit Zuversicht den Beschluss der Europäischen Kommission«, sagte Alstom-Konzernchef Henri Poupart-Lafarge am Freitag im französischen Radiosender France Inter. Die Gespräche mit den »EU-Wettbewerbshütern« seien schnell und reibungslos verlaufen. Um Brüsseler Bedenken auszuräumen, hatten Alstom und Bombardier bereits vor drei Wochen angekündigt, unter anderem den Bombardier-Standort Hennigsdorf nordwestlich von Berlin abzustoßen.

Mit Blick auf mögliche Stellenstreichungen als Folge des Zusammenschlusses sagte Konzernchef Poupart-Lafarge: »Der eine wie der andere hat zahlreiche Aufträge zu erledigen. Wir werden alle brauchen.« Gewerkschaften hingegen befürchten, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der Übernahme in Gefahr sein könnten. Erst vor gut zwei Wochen protestierten beschäftigte Metaller vor dem Werk in Hennigsdorf für die Standortsicherung (siehe jW vom 17. Juli). Stefanie Jahn, erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Geschäftsstelle Oranienburg-Potsdam, betonte am Freitag gegenüber jW: »Wer auch immer der Käufer in Hennigsdorf sein wird, für uns ist wichtig, dass unsere Tarifverträge und Mitbestimmungsrechte weiter gelten werden.« (dpa/Reuters/jW)

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