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Online Extra
02.07.2020, 19:26:10 / Ausland

Nach Erdrutsch in Myanmar: Mehr als 160 Tote in Jade-Mine

Heiß begehrt: Bergbaufirmen verdienen Milliarden mit dem ausbeut
Bergbaufirmen verdienen Milliarden mit dem ausbeuterischen Jade-Abbau (Mandalay, 2019)

Rangun. Bei einem gewaltigen Erdrutsch im Jade-Bergbau im Norden Myanmars sind zahlreiche Arbeiter ums Leben gekommen. Bis Donnerstag abend seien 162 Leichen geborgen worden, erklärte die Feuerwehr über Facebook. 54 Verletzte wurden in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Polizei mussten die Bergungstrupps die Suche zwischenzeitlich wegen heftiger Regenfälle einstellen. Den von der Feuerwehr veröffentlichten Aufnahmen zufolge verwandelte der Erdrutsch ein ganzes Tal in der Nähe der Gemeinde Hpakant in einen Schlammsee.

Die Behörden hätten wegen des früh einsetzenden Monsuns vor der Arbeit in den unsicheren, offenen Minen gewarnt, die Opfer hätten diese ignoriert, erklärte die Polizei. Ohne diese Warnung wären möglicherweise noch mehr Menschen umgekommen. Die Region Hpakant liegt in dem an China angrenzenden Bundesstaat Kachin, in dem mehrere Rebellengruppen aktiv sind. Sie zählt zu den Hauptabbaugebieten für Jade.

In den offenen Minen dort sterben jedes Jahr Dutzende Arbeiter bei Unfällen oder Erdrutschen. Vor fünf Jahren waren bei einem Erdrutsch mehr als hundert Menschen getötet worden, im vergangenen Jahr starben 50 Arbeiter. Myanmar ist einer der größten Jade-Produzenten weltweit. Die Bergbaufirmen, die vielfach mit der früheren Militärjunta in Verbindung stehen, verdienen mit dem Abbau Milliarden. (AFP/jW)

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