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Aus: Ausgabe vom 04.06.2020, Seite 16 / Sport
Tischtennis

Ein paar hochklassige Bälle

Das neue Düsseldorf Masters verhilft den Tischtennisprofis zu etwas Wettkampfpraxis
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Ins Zeug gelegt: Der Spitzenspieler Timo Boll dominierte auch die Düsseldorf Masters (2.6.2020)

Der erste Sieg ging – wie sollte es anders sein – an Timo Boll, aber das war seinem Bundestrainer herzlich egal. »Die Ergebnisse«, sagte Jörg Roßkopf nach der Premiere des Düsseldorf Masters dem Sportinformationsdienst, könne er »ganz gut einschätzen«. Sie sind kaum der Rede wert. Weitaus wichtiger als der standesgemäße Erfolg des Rekordeuropameisters am Dienstag oder die etwas überraschende Niederlage im Viertelfinale von Dimitrij Ovtcharov sei ohnehin etwas ganz anderes gewesen.

»Den Jungs tut die Abwechslung einfach gut«, sagte Roßkopf, »sie sind mental sehr beansprucht bei fünf, sechs Stunden Training am Tag ohne ein Ziel.« Die Coronapandemie hat auch den Alltag der Tischtennisprofis verändert, ein wenig Wettkampf ist deswegen willkommen, »auch wenn wir diese Art ohne Zuschauer und Atmosphäre sonst nicht kennen«, so der Bundestrainer.

An Siege des 39 Jahre alten Aushängeschilds Boll sind sie in der Tischtennisszene dagegen längst gewöhnt, auch diesmal ließ der frühere Weltranglistenerste der nationalen und internationalen Konkurrenz kaum eine Chance. Nach den Siegen über die Schweden Anton Källberg und Kristian Karlsson (jeweils 3:1) gewann Boll schließlich auch das Finale gegen den früheren deutschen Meister Steffen Mengel 3:1.

Immerhin habe er sich »echt ins Zeug legen« müssen, sagte Boll später, »es war ein gutes Finale, ein gutes Niveau mit ein paar wirklich hochklassigen Bällen. Ich bin wirklich sehr happy mit dem ersten Wettkampf seit langer Zeit.« Für Kronprinz Ovtcharov war lange vor dem Finale Schluss. Das 2:3 gegen Nationalspieler Dang Qiu wird er wohl schnell verkraften, es gibt noch genug Möglichkeiten für ihn, sich auszuzeichnen. Das von Roßkopf vorgeschlagene Turnier, das vom Bundesligisten Borussia Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tischtennisbund organisiert wird, soll vorerst wöchentlich mit wechselnden Teilnehmern stattfinden. Boll wird nicht jedes Mal dabei sein. Er hofft auf die Fortsetzung der Bundesliga, mit Borussia Düsseldorf liegt er auf Titelkurs.

Mit viel mehr als dem nationalen Mannschaftswettbewerb rechnet Roßkopf in diesem Jahr nicht. Zwar stehen noch die Czech Open für Ende August und die auf Herbst verlegte WM in Busan/Südkorea im Kalender, »doch ich bezweifle, dass es 2020 international weitergeht«, so der Coach. (sid/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Peter Bosse, Michelstadt: Vom Land Auch wenn im Düsseldorf Masters »das Aushängeschild« Timo Boll auf Titelkurs liegt, so wohnt er doch nach wie vor in seiner Heimatgemeinde Höchst im Odenwald zusammen mit seiner Familie. Er kümmert si...

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