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Aus: Ausgabe vom 17.04.2020, Seite 2 / Inland
Öffnungsregeln

Länder machen Ausnahmen

Verschiedene Stichtage zur Lockerung der Coronamaßnahmen
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Kölner Altstadt während des Shutdowns (30.3.2020)

Einzelne Bundesländer weichen in der Coronakrise von der gemeinsamen Bund-Länder-Richtlinie zur schrittweisen Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ab. In Bayern sollen sowohl die Schulen als auch Geschäfte der Kategorie »nicht systemrelevant« erst jeweils eine Woche später geöffnet werden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beruft sich dabei auf die besondere Betroffenheit Bayerns durch die Infektionswelle. »Wir sind nicht über den Berg«, warnte er am Donnerstag laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur. In Bayern sind laut Robert-Koch-Institut bereits mehr als 1.000 Menschen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren, in ganz Deutschland waren es bis Donnerstag nachmittag rund 3.500.

Der Schulbetrieb soll in Bayern nicht, wie bundesweit angedacht, ab dem 4. Mai, sondern erst ab dem 11. Mai schrittweise wieder aufgenommen werden. Zur Zeit geschlossene bayerische Geschäfte mit Verkaufsflächen bis zu 800 Quadratmetern dürfen erst vom 27. April an wieder öffnen, wie Söder am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in München ankündigte. Die bundesweite Regelung sieht das eine Woche früher vor. Nur Baumärkte und Gärtnereien können auch in Bayern bereits am kommenden Montag, dem 20. April wieder Kunden bedienen.

NRW will dagegen zu diesem Zeitpunkt auch Möbelhäuser unabhängig von der Verkaufsfläche wieder öffnen lassen. Dies kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach einer Kabinettsitzung am Donnerstag in Düsseldorf an. Wenn für Autohäuser – wie von Bund und Ländern beschlossen – eine Ausnahme gelte, könne sie auch für Möbelhäuser gelten.

In Berlin sollen bereits ab dem kommenden Montag Abiturprüfungen stattfinden, während der Unterricht erst eine Woche später schrittweise wieder beginnt. »Wir in Berlin werden am 27. April in den 10. Klassen anfangen«, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag. Beim Festhalten an den Abiturprüfungen gehe es darum, dass Berliner Jugendliche an Hochschulen in ganz Deutschland studieren könnten, verteidigte Scheeres im Interview mit dem RBB-Inforadio die Entscheidung. »In den Grundschulen werden wir am 4. Mai mit der sechsten Klasse an den Start gehen«, sagte sie. Dabei werde auf die Regeln zur Eindämmung der Pandemie geachtet: Zum Besipiel müssten die Tische der Schüler 1,50 Meter voneinander entfernt stehen. (dpa/jW)

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