Gegründet 1947 Mittwoch, 8. Juli 2020, Nr. 157
Die junge Welt wird von 2327 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 17.04.2020, Seite 1 / Ausland
Parlamentswahl in Südkorea

Absolute Mehrheit für Südkoreas Regierung

Parteienlager von Präsident Moon Jae In gewinnt Parlamentswahl deutlich
Virus_Outbreak_South_65039079.jpg
Südkoreas Präsident Moon Jae In am 14. April 2020 in Seoul

Nach Auszählung fast aller Stimmen hat das Parteienlager von Präsident Moon Jae In in Südkorea die absolute Mehrheit bei der Parlamentswahl am Mittwoch erringen können. Den am Donnerstag morgen veröffentlichten Ergebnissen zufolge kommen die Demokratische Partei Koreas (Minjoo) und ihre Satellitenpartei auf eine komfortable Dreifünftelmehrheit in der 300 Sitze zählenden Nationalversammlung: Die Minjoo gewann 163 und die Gemeinsame Bürgerpartei 17 Sitze – zusammen 180. Auf den konservativen Block aus Vereinigter Zukunftspartei (UFP) und einer kleineren Schwesterpartei entfallen 103 Sitze.

Mit der komfortablen Mehrheit kann das Regierungslager mit Ausnahme einer Verfassungsänderung Gesetze praktisch im Alleingang durch das Parlament bringen. Die nächste Präsidentenwahl ist für 2022 geplant. Moon kann allerdings nach fünfjähriger Amtszeit nicht wiedergewählt werden. Der Wahlerfolg für Minjoo kam nicht unerwartet, fiel allerdings deutlicher aus als gedacht. Derweil kündigte UFP-Chef Hwang Kyo Ahn noch am Mittwoch abend seinen Rücktritt an. »Ich werde meinen Parteiposten abgeben«, er wolle sich für den Wahlausgang verantworten, sagte der ehemalige Premierminister.

Trotz der auch in Südkorea weiter herrschenden Coronaviruspandemie lag die Beteiligung nach vorläufigen Angaben der Wahlkommission bei 66,2 Prozent. Es war die höchste Quote bei Wahlen in dem Land seit 28 Jahren. Insgesamt hatten sich Kandidaten von 41 Parteien für die Abstimmung registrieren lassen. Um das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu verringern, mussten die Wähler Schutzmasken tragen sowie für die Stimmabgabe Einweghandschuhe überziehen. Helfer achteten darauf, dass die Wähler mindestens einen Meter entfernt voneinander standen. Vor den Wahllokalen wurde Fieber gemessen. Bereits am Freitag und Sonnabend hatte ein großer Teil der fast 44 Millionen Wahlberechtigten die Möglichkeit zur frühzeitigen Stimmabgabe genutzt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. (dpa/jW)

Mehr aus: Ausland