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Aus: Ausgabe vom 03.04.2020, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Bürokratie

80 Millionen Verlust pro Woche

Warenhauskette Karstadt-Kaufhof flüchtet unter Insolvenzschutzschirm
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Wieder in Not: Galeria Karstadt Kaufhof rettet sich vorläufig unter Schutzschirm

Die Warenhauskette »Galeria Karstadt-Kaufhof« will einen Bankrott vermeiden, ihr geht angesichts der geschlossenen Geschäfte das Geld aus. Das Unternehmen habe ebenso wie die Tochter »Karstadt-Sports« ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt, teilte die Kanzlei der Insolvenzverwalter Kebekus und Zimmermann am Mittwoch in Düsseldorf mit. Frank Kebekus wurde vom Amtsgericht Essen als Sachwalter eingesetzt und überwacht damit die Sanierung.

Als einen Grund für den Antrag nannte der Konzern neben den Umsatzausfällen »die langwierige Umsetzung staatlicher Hilfe über die Hausbank«. Laut Wirtschaftswoche (Onlineausgabe) hatte die Gruppe bereits die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros etc. gestoppt, um die Liquidität zu sichern.

Die Anfang 2019 durch Fusion entstandene Kette mit rund 28.000 Mitarbeitern hatte laut Insidern bereits Staatshilfe beantragt, um die Zeit der Ladenschließungen zu überbrücken. Die Umsätze seien schon seit Anfang März angesichts der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus dramatisch zurückgegangen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Seit dem 18. März sind die Häuser geschlossen. »Jede Woche verliert Galeria Karstadt-Kaufhof so mehr als 80 Millionen Euro Umsatz, während wesentliche Kosten weiterlaufen. Bis Ende April wird sich der Umsatzausfall auf mehr als eine halbe Milliarde Euro summieren«, so der Konzern. Eigentümer Signa Holding hatte in dieser Woche noch 140 Millionen Euro überwiesen und werde auch weiter dreistellige Millionensummen zur Verfügung stellen, hieß es in der Mitteilung.

Das Schutzschirmverfahren gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren. Es ist Unternehmen vorbehalten, die noch nicht zahlungsunfähig sind, denen aber die Pleite droht. Unter dem Schutzschirm sind sie für drei Monate vor dem Zugriff der Gläubiger sicher. (Reuters/jW)

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