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Aus: Ausgabe vom 28.03.2020, Seite 3 / Schwerpunkt
Kubas internationale Hilfseinsätze

Ein Beispiel internationaler Solidarität

Dankbarkeit für Kubas medizinische Hilfseinsätze. USA versuchen Missionen zu verhindern
Von Volker Hermsdorf
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Mitglieder der Ärztebrigade Henry Reeve vor ihrem Abflug nach Haiti am 10. Februar 2010 in Havanna

Kubas Ärzte werden als Helfer bei der Bekämpfung der Coronaviruspandemie in vielen Ländern mit Dankbarkeit und offenen Armen aufgenommen. Washington sieht in der Sympathiewelle für den sozialistischen Inselstaat eine Gefahr und versucht, die Hilfseinsätze zu behindern.

In Haiti trafen am Mittwoch 24 kubanische Spezialisten zur Verstärkung der dort bereits seit Jahren tätigen Ärztebrigade Henry Reeve ein. Außenminister Claude Joseph und Gesundheitsministerin Marie Roy Clement dankten den Medizinern in Port-au-Prince für ihre Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus. Kuba und seine Ärzte seien »verlässliche Freunde«, die »immer da sind, wenn die Not groß ist«, würdigte Roy Clement die Einsätze der Brigade. Mit einer am Donnerstag in Belize eingetroffenen Gruppe von Ärzten, Krankenschwestern, Epidemiologen und Labortechnikern besteht das dortige Kontingent jetzt aus insgesamt 58 Medizinern, die in dem kleinen zentralamerikanischen Land wie Helden gefeiert werden. In Surinam war die Ankunft von 51 Ärzten, mit denen dort jetzt 120 Gesundheitsfachkräfte aus Kuba das Land unterstützen, Topnachricht in Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern. Auch in Italien wurden die am Wochenende in Mailand gelandeten 52 Mediziner und Krankenpfleger des Henry-Reeve-Kontingents von der Bevölkerung und Politikern als Helfer in einer fast hoffnungslosen Lage willkommen geheißen. Am Dienstag errichteten die Mitglieder der kubanischen Gesundheitsbrigade eine aus Zelten bestehende Krankenstation im Hospital der lombardischen Stadt Crema.

Während die Fachleute aus Kuba mittlerweile in mindestens 37 Ländern die Überlebenschancen vieler Covid-19-Patienten verbessern, versucht Washington die Hilfseinsätze zu verhindern. Das US-Außenministerium unterstellte Ländern, die Havanna um medizinische Unterstützung bitten, vor einigen Tagen in einer per Twitter verbreiteten Mitteilung, dass sie sich damit an einem »Programm zum Missbrauch von Menschen und der Ausbeutung von Arbeitskräften« beteiligen würden. Das State Department forderte die Regierungen auf, deshalb keine Hilfsersuchen an Kuba zu richten. Havannas Außenminister Bruno Rodríguez reagierte am Donnerstag und bezeichnete das Verhalten der USA als »unmenschlich und respektlos«. Es sei bedauerlich, dass die US-Regierung angesichts einer Pandemie, die die gesamte Menschheit bedrohe, den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erschwere und solidarische Hilfsaktionen aus politischen Gründen diskriminiere, erklärte Rodríguez. Brasiliens ehemaliger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva schloss sich dem Dank der von Kuba unterstützten Länder an. »Wieder einmal geben die Regierung und das kubanische Volk der Welt ein Beispiel für Solidarität und überwinden alle Hindernisse, sei es wirtschaftlicher, geographischer oder politischer Natur«, schrieb Lula da Silva am Montag an Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel.

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