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Aus: Ausgabe vom 27.03.2020, Seite 1 / Inland
Viruspandemie

Krise schränkt Berufsleben in BRD ein

Konzerne weiten Kurzarbeit aus. Handel überlastet. Benzin bleibt teuer
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Daimler schickt die Beschäftigten nach Hause

Die Bundesregierung rechnet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern während der Coronapandemie. »Aber wir nehmen auch in den Blick, dass die Zahlen deutlich höher sein könnten«, sagte BA-Vorstand Christiane Schönefeld der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Donnerstag. Bei den Arbeitsagenturen sind normalerweise 900 Beschäftigte im Bereich Kurzarbeit tätig. 2.000 zusätzliche Kräfte sollen für diese Aufgabe eingesetzt werden. Allein in der vergangenen Woche hatte es bereits 76.700 Anzeigen von Kurzarbeit gegeben.

So kündigte der Autokonzern Daimler am Donnerstag an, auf Kurzarbeit umzustellen. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Pkw, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen. Daimler beschäftigt in Deutschland rund 170.000 Menschen. Ein Großteil der Produktion steht derzeit schon still, die Mitarbeiter bauen aktuell Urlaub und ihre Arbeitszeitkonten ab. Die Kurzarbeit beginnt dann im Anschluss an diese zunächst auf zwei Wochen festgelegte erste Phase.

Wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilte, wollen mehr als 90 Prozent der deutschen Einzelhändler staatliche Hilfe zur Bewältigung der »Coronakrise« in Anspruch nehmen oder tun dies bereits. Der HDE hatte 600 Unternehmen befragt. Nach Schätzung des Verbands sind derzeit bis zu 300.000 Standorte aufgrund der jeweiligen Regelungen in den Bundesländern von Schließungen betroffen. Einer großen Zahl von Betrieben werde es ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) kritisierte, dass die Mineralölwirtschaft die gesunkenen Rohölpreise nicht in vollem Umfang an Autofahrer weitergebe. So würden gerade die Berufstätigen »abkassiert«, die auch in dieser Krisensituation weiterhin zur Arbeit fahren und »die Sicherheit und Versorgung von uns allen aufrechterhalten«, monierte der AvD gegenüber dem Sender MDR. Die Rohölpreise sind seit Jahresbeginn um etwa 60 Prozent abgesackt. (AFP/dpa/jW)

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