Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Gegründet 1947 Mittwoch, 8. April 2020, Nr. 84
Die junge Welt wird von 2267 GenossInnen herausgegeben
Probeabo abschließen und weiterempfehlen Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Aus: Ausgabe vom 17.02.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Täter Staat

Ich, Daniel Blake | Sa, 20.15, 3sat
74838-0-3.jpg
Auf dem Weg zur Essensausgabe: »Ich, Daniel Blake«

Wie weit entmenschlicht der Staat die Schwächsten? Diese Frage stellt Ken Loach mit dem 2016 in Cannes preisgekrönten »Ich, Daniel Blake«. Der herzkranke 59jährige Daniel, von Da ve Johns anrührend und unspektakulär gespielt, wird darin von den Behörden wie eine wandelnde Akte behandelt, abgewiesen und schikaniert. Armut und Unkenntnis als Strafen für jene, die dieser Gesellschaft überzählig erscheinen. Ein Lichtblick für Daniel ist seine Beziehung zu Katie, die mit zwei Kindern ebenfalls am Existenzminimum knapst. Doch der Kampf ums Überleben stellt auch diesen letzten Rest zivilisatorischen Umgangs auf die Probe. Eine Sozialarbeiterin dazu: »Gute Leute – auf der Straße. Am Ende verlieren sie alles.« Auf Daniels Armenbegräbnis wird er selbst zitiert: »Ich bin ein Mensch und kein Hund.« Dem Filmteam gelang eine regelrechte Bloßlegung der Pseudodemokratie am Beispiel Großbritanniens: Sozialdarwinismus statt Humanität regiert den Alltag. Bis zum 22. Februar in der Mediathek. (gis)

Mehr aus: Feuilleton