Gegründet 1947 Sa. / So., 29. Februar / 1. März 2020, Nr. 51
Die junge Welt wird von 2229 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 15.02.2020, Seite 2 / Ausland
Syrien

Erneut Helikopter abgeschossen

Moskau: »Rebellen« brechen in Syrien immer wieder Waffenruhe
RTS31OGJ.jpg
Türkischer Militärkonvoi in der syrischen Provinz Idlib (11.2.2020)

Erneut ist ein Hubschrauber der syrischen Armee im Nordwesten des Landes abgeschossen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete, wurde der Militärhelikopter am Freitag in der Provinz Aleppo von Raketen getroffen, während er im Einsatz gegen von der Türkei unterstützte »Terrororganisationen« war. Die Besatzung wurde dabei getötet.

Die türkische Regierung gab zu dem Vorfall zunächst keine Stellungnahme ab. Bereits am Dienstag war in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib ein Militärhubschrauber der Regierungstruppen abgeschossen worden. Dabei starben ebenfalls die beiden Piloten.

Unterdessen hat das russische Militär »Rebellen« in der syrischen Provinz Idlib einen andauernden Beschuss bewohnter Ortschaften vorgeworfen. Die Waffenruhe werde immer wieder gebrochen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Nach Kremlangaben informierte Präsident Wladimir Putin am Freitag den Sicherheitsrat in Moskau über die gespannte Lage in der Provinz.

Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass Russland ungeachtet der Spannungen mit der Türkei um die Situation in Idlib weiter intensive Kontakte zwischen den Verteidigungsministerien beider Länder pflege. An diesem Sonntag wollen sich Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu bei der Sicherheitskonferenz in München über die Lage in der Provinz austauschen.

Laut SANA hat die syrische Flugabwehr zudem in der Nacht zu Freitag einen Raketenangriff auf die Hauptstadt Damaskus vereitelt. Über der Stadt habe sie »feindliche Ziele« abgefangen. Die Raketen seien von den Golanhöhen aus auf syrisches Gebiet abgefeuert worden. Syrien warf Militärkreisen zufolge Israel vor, die Raketen abgefeuert zu haben. Anwohner teilten mit, es habe auch südlich der Hauptstadt und in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus Explosionsgeräusche gegeben.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte: »Wir kommentieren keine Berichte in ausländischen Medien.« Israel hatte in der Vergangenheit ähnliche Angriffe auf Ziele in Syrien ausgeführt und erklärt, das Land versuche so zu verhindern, dass der Iran seinen militärischen Einfluss in der Region aufbaue. (dpa/AFP/jW)

Mehr aus: Ausland