Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Gegründet 1947 Sa. / So., 28. / 29. März 2020, Nr. 75
Die junge Welt wird von 2267 GenossInnen herausgegeben
Probeabo abschließen und weiterempfehlen Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Aus: Ausgabe vom 04.02.2020, Seite 1 / Inland
Etappensieg für CDU-Mann

SPD droht Verlust von Leipziger Rathaus

CDU-Mann Gemkow gewinnt erste Runde der OB-Wahl in sächsischer Großstadt
Leipziger_waehlen_ne_64219573.jpg
Wahlen in Leipzig: Der amtierende OB Jung (SPD, r.) wurde überraschend von seinem Herausforderer Gemkow (CDU) überrundet (2.2.2020)

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hat am Sonntag abend die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Leipzig gewonnen. Der Jurist bekam 31,6 Prozent der Stimmen – und lag damit vor Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD), der nur 29,8 Prozent erzielte.

Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei 49,1 Prozent. Das drittbeste Ergebnis erzielte mit 13,5 Prozent Franziska Riekewald von den Linken vor der Grünen-Bewerberin Katharina Krefft mit 12,0 Prozent. Der AfD-Kandidaten Christoph Neumann kam nur auf 8,7 Prozent.

Weil keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, wird es in vier Wochen eine zweite Runde geben. In Sachsen gibt es keine Stichwahl, sondern alle der insgesamt acht Kandidaten können erneut antreten.

Eine Umfrage hatte den SPD-Mann Jung vor der Wahl am Sonntag noch weit vor Gemkow gesehen. Der 61jährige ist seit 2006 Rathauschef in Leipzig und bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. Das Leipziger Rathaus ist seit drei Jahrzehnten in der Hand der SPD.

Der in Leipzig geborene CDU-Mann Gemkow freute sich am Sonntag abend über »das Vertrauen, das mir die Wählerinnen und Wähler entgegengebracht haben«. Er gehe »aber auch mit Demut in die kommenden Wochen« und wolle »noch möglichst viele Leipzigerinnen und Leipziger davon überzeugen, dass ich gute Ideen für die Stadt habe«, erklärte Gemkow nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur.

Jung läutete direkt den weiteren Wahlkampf ein. »Jetzt geht’s um die Wurst«, rief er seinen Anhängern zu. »Ich habe genau das erwartet. Dieser Zweikampf, der jetzt vor Augen ist – so ist die Stadt«, so der Oberbürgermeister.

Wenige Tage vor der Wahl hatte sich Jung im Interview mit der Zeitschrift Cicero zu den offenbar von der Polizei dramatisierten Ausschreitungen mutmaßlicher »Linksextremisten« in Leipzig Connewitz geäußert und erklärt, dass seiner Meinung nach »Gewalt im anarchistischen Spektrum viel zu wenig beachtet wird«. Gewalt sei immer verbrecherisch, hatte Jung betont. »Insofern gibt es keine linke oder rechte Gewalt.« (dpa/jW)

Debatte

  • Beitrag von Dr. rer. nat. Harald W. aus H. ( 4. Februar 2020 um 18:19 Uhr)
    Nun, wenn der SPD-OB die CDU rechts praktisch überholt, was recht schwierig ist in Sachsen, wird eben die große Koalition, verstärkt um FDP, AfD, Grüne, deutlich.

    Ein »Die hard« der SPD, die sich als absolute Verratspartei schlechthin tief in die Weltgeschichte eingegraben hat, was in der DDR-Bildung recht ausführlich behandelt wurde.

    Das Eintreffen in der Nach-DDR-Realität ist schon frappierend für die Restbevölkerung dortselbst.

Leserbriefe zu diesem Artikel:

Drei Wochen kostenlos: jetzt probelesen!