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Aus: Ausgabe vom 22.01.2020, Seite 16 / Sport
Fußball

Wo war Martina? jW auf dem Platz

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Berlin. »Noch zwei Minuten!« wurde von der Ersatzbank der Taz aufs Feld gerufen. Es klang leicht genervt. Die jW-Fußballabteilung schien die erste Halbzeit unter den Flutlichtmasten des Jahn-Sportparks ohne Gegentor überstanden zu haben. Ein mittleres Wunder. Stunden zuvor hatte sich der Stammtorhüter krankgemeldet. Ersatzweise war Istvan in den Kasten gegangen, hatte die psychologische Wirkung von Fahrradhandschuhen entdeckt und den gegnerischen Stürmern in der Manier eines Handballkeepers die Zähne gezogen. Das jW-Team hatte in der Abwehrschlacht entwickelte Routinen am Ende des ersten Durchgangs allerdings satt und verstieg sich bei Ausrufung der letzten zwei Minuten zu der Annahme, dass die Null solange schon noch alleine stehen bleiben würde. Reich, Leiter des jW-Ressorts Sport, war als Einmannabwehr heillos überfordert, Ali Cellikan (Taz Gazete) traf zur Führung und Sekunden später erhöhte Leeor Fink (Taz-Kantine) auf 2:0. Der Frust war in der kurzen Pause nicht zu bewältigen. »Neun von zehn Pässen sind Fehlpässe!« schimpfte Satanovic, und Sisic monierte die Aufstellung: »Warum ist Martina nicht dabei?« Bald nach Wiederanpfiff tankte sich Satanovic, der von Pässen nichts mehr hören wollte, in einem kraftvollen Sturmlauf durch die gegnerischen Reihen, überwand noch den Taz-Keeper und setzte den Ball flach an den Pfosten. Er blieb dann erst mal liegen. Später auch Sisic. Aber es fiel nur noch das 0:3, und diesmal blieben alle gesund. Man muss solche Niederlagen aushalten, sie entsprechen den Machtverhältnissen. Oder trainieren. Oder sogar beides. (jW)

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