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Aus: Ausgabe vom 16.01.2020, Seite 16 / Sport
Handball

Ungeordnete Abläufe. Bei der Handball-EM beginnt die Hauptrunde

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Kein Peter Neururer: Handballtrainer Christian Prokop

Wien. Handballbundestrainer Christian Prokop (Foto) hantiert auch bei der laufenden EM lieber mit Zahlen herum als auf emotionale Ansprachen zu setzen. Das entspreche seinem Naturell, erklärte der frühere Nationaltorhüter Andreas Thiel: »Man kann aus einem Analytiker wie Prokop keinen Peter Neururer machen.« Heute (20.30 Uhr, ARD) treffen die Deutschen in ihrem ersten Hauptrundenspiel auf Belarus. Für den Präsidenten der Bundesliga, Uwe Schwenker, ist ein Halbfinaleinzug »aufgrund der günstigen Auslosung« weiterhin möglich. Titelfavoriten sind für ihn Norwegen und Spanien. In den bisherigen Partien der Deutschen fehlte es Schwenker an »geordneten Abläufen« und überhaupt an Struktur, »insbesondere auf der Spielmacherposition«. Womöglich bringt das Duell gegen Belarus die Wende. Der Gegner ist nicht zu unterschätzen. Coach Juri Schewzow dürfte Liebhabern des rauhen Sports als Meistertrainer in Lemgo (1996 bis 2001) oder Europapokalsieger in Essen (2001 bis 2005) in Erinnerung sein. 2009 übernahm er das Nationalteam und lud drei Jahre lang »jeden Monat (in) ein zehntägiges Trainingslager«, wie er dem Mannheimer Morgen sagte. Ergebnis seiner ausdauernden Bemühungen sei »die beste Mannschaft seit 15 oder 20 Jahren«. Die meisten Spieler kennen sich vom Spitzenverein Brest, der regelmäßig in der Champions League antritt. Kreisläufer Arzjom Karaljok steht beim polnischen Spitzenklub Kielce unter Vertrag. Wer könnte ausschließen, dass diese Truppe heute die Deutschen aus dem Turnier wirft? (sid/dpa/jW)

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