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Aus: Ausgabe vom 16.12.2019, Seite 16 / Sport

Blutgrätsche. Die Wahrheit über den 15. Spieltag

Von Klaus Bittermann
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»Ausnahmespieler«: Philippe Coutinho mit Berni, dem Maskottchen des FC Bayern

So überlegen waren die Dortmunder lange nicht mehr, auch nicht gegen mittelmäßige Mannschaften wie Mainz, das dem BVB nur in den ersten zehn Minuten etwas entgegenzusetzen hatte. Man konnte sich entspannt zurücklehnen. Der Führungstreffer durch einen technisch hochwertigen Schuss von Reus fiel zwar erst in der 32. Minute, aber zuvor hatte der Referee ein offensichtliches Handspiel im Strafraum der Mainzer nicht als Elfer gewertet, und auch ein deutliches Gezerre am Trikot von Reus am Elfmeterpunkt großzügig übersehen.

In der zweiten Halbzeit waren die Mainzer deutlich unterlegen, was nicht daran lag, dass sie schlecht spielten. Die Dortmunder gingen endlich mal etwas engagierter zu Werke. Und als die Gegner dann auch noch versuchten, offensiv zu spielen und die Dortmunder in die eigene Hälfte zu drücken, bot sich dem BVB jede Menge Platz zum Kontern, wozu sich als erstes Zagadou eingeladen fühlte, der über drei Viertel des Platzes rannte (nicht nur über den halben, wie der Kicker berichtete), ohne von einem Mainzer gestört zu werden, um dann präzise auf Sancho zu passen.

Das 3:0 durch Thorgan Hazard war allerdings nicht unhaltbar und das letzte Tor durch Schulz aus spitzem Winkel eher ein Glückstreffer. Favre war recht zufrieden mit dem »ziemlich guten« Spiel seiner Mannschaft, die sich nach vier Erfolgen in Serie wieder ein bisschen gefangen zu haben scheint. Morgen wird sich zu Hause gegen Leipzig herausstellen, ob die gegenwärtige Form auch für einen guten Gegner ausreicht. Die Sachsen gewannen am Sonnabend souverän mit 3:0 bei allerdings einigermaßen indisponierten Düsseldorfern, gegen die schon der BVB mit 5:0 gewonnen hatte. Richtig spektakulär war das alles nicht.

Im Gegensatz zum Heimspiel der Bayern gegen Bremen, denn obwohl die Sache auf dem Papier ziemlich eindeutig war, gingen die Norddeutschen durch Rashica, der Jérôme Boateng vor ziemliche Probleme stellte, 1:0 in Führung. Auch ein 2:0 wäre möglich gewesen, weshalb man schon zu hoffen begann, dass die Bayern ihre spielerische Überlegenheit wie in den beiden Partien zuvor einfach nicht in Tore würde umwandeln können. Aber diesmal spielte Coutinho von Beginn an und zeigte, dass er ein Ausnahmespieler ist. Elegant bereitete er Tore vor und steuerte auch selbst gleich drei sensationelle Treffer bei. Mit einem Coutinho in dieser Form wird es auch in dieser Saison kein Problem für Bayern sein, Meister zu werden.

Leipzig könnte ihnen ein wenig im Weg rumstehen, aber Gladbach ist einfach nicht gut genug. Am Donnerstag konnte die andere Borussia in ihrem Heimspiel in der Europa League nicht mal gegen eine mittelmäßige türkische Mannschaft ein Unentschieden über die Runden bringen, sondern ließ sich noch in der Nachspielzeit die Butter vom Brot nehmen und flog als einzige deutsche Mannschaft aus einem der beiden internationalen Wettbewerbe.

Klinsmann schaffte im dritten Spiel als Hertha-Trainer den ersten Sieg. Das 1:0 zu Hause gegen Freiburg war ein trostloses Gewürge. Ein Spiel, das man nicht sehen musste, im Gegensatz zu dem attraktiven 1:1 der Unioner in Paderborn.

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