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Aus: Ausgabe vom 10.10.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Glücklich und frei

Mythos Tahiti | Mi., 10.55 Uhr, Arte
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Jeanne Baret (Antonia Labs, r.) mit der ersten »Bougainvillea«, benannt nach dem Kapitän ihrer Expedition in die Südsee

Viele können sich nichts anderes vorstellen als ein Leben im Kapitalismus. Das ist eine schlechte Voraussetzung für einen Systemwechsel, wie er angesichts der Umweltkatastrophen und der permanenten Kriegsgefahr nötig wäre. Welche Bedeutung das Wissen spielt, dass eine andere Gesellschaft möglich ist, wenn es um Veränderungen geht, beleuchtet ein Arte-Dokumentarfilm über Louis Antoine de Bougainville, der 1766 mit zwei Schiffen zu einer Expedition in Richtung Südsee aufbrach. Sein Reisebericht wurde zum Bestseller und mit seiner Darstellung der »edlen Wilden« auf der Insel Tahiti, die glücklich und frei in einer Art Rousseauschem Naturzustand zu leben schienen und die Franzosen freundlich empfingen, zu einem Anstoß der kommenden revolutionären Veränderungen. Interessantes Detail: Hortensie und Bougainvillea, die heute zu den am weitesten verbreiteten Zierpflanzen zählen, wurden damals von der Botanikerin Jeanne Baret »entdeckt«, die, als Mann verkleidet, an der Weltumseglung teilnahm. (jt)

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