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Aus: Ausgabe vom 28.09.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: »Täterprofile«

Aus Kultur- und Sozialwissen­schaften | Do., 20.10 Uhr, DLF
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Kürzlich scheiterte die AfD mit einer ihrer Denunziationsplattformen an den deutschen Datenschutzbestimmungen. Die Partei erhofft sich von solchen Projekten, dass Schüler Lehrer verpfeifen, die »zu rot« bzw. »zu grün« seien. Derartige Listen nutzten bereits die Nazis, um den Schuldienst nach der Machtübernahme von mutmaßlichen Kommunisten, Sozialdemokraten und Liberalen zu säubern. An ihre Stelle traten junge Nachwuchslehrer, die im Sinne der Faschisten die nächsten Generationen für Krieg und »Vaterland« erzogen.

Ein am Donnerstag abend im Deutschlandfunk gesendeter Beitrag widmet sich dem ehemaligen Lehrer Hans-Peter de Lorent, der nach dem Krieg insgesamt 180 Lebensläufe und »Material zu mehr als 300 Personen des Hamburger Bildungssystems« sammelte – neben überzeugten Nazis auch »eine große Menge ängstlicher, opportunistischer Menschen«. Viele konnten nach 1945 Karriere machen und ihre »schwarze Pädagogik« weiter praktizieren. (mb)

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