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Aus: Ausgabe vom 18.09.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Verdi-Lob für Unternehmerpaar

Verdi teilte zum Verkauf des Berliner Verlags am Dienstag mit:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) erhofft sich vom Eigentümerwechsel beim Berliner Verlag positive Impulse für die künftige Ausrichtung der Zeitungstitel (Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Berliner Abendblatt). In einer Pressemitteilung hatte die Unternehmensgruppe DuMont bekanntgegeben, dass der Verlag an das Berliner Ehepaar Silke und Holger Friedrich verkauft wird.

»Es ist gut, dass es für die Belegschaft endlich eine Perspektive gibt. Die ersten Aussagen und der erste Auftritt der neuen Eigentümer lassen darauf hoffen, dass sie mit Leidenschaft und Engagement ans Werk gehen und die journalistische Qualität der Titel stärken wollen. Das ist der richtige Weg«, sagte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. Werneke betonte, dass die Belegschaft nun rasch Klarheit über die künftigen Pläne erwarte. »Dabei muss die Priorität nicht nur auf dem weiteren Ausbau von Technik und Digitalisierung liegen, sondern auch in der Stärkung der schreibenden Köpfe, die das Herz der Redaktionen bilden und die Inhalte liefern. Zudem hoffen wir, dass die laufenden Tarifverhandlungen nun rasch zu einem positiven Abschluss finden.«

Achim Kessler, gesundheitsökonomischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Die Linke und Obmann im Gesundheitsausschuss, erklärte zu bekanntgewordenen Datenlecks im Gesundheitswesen:

Weltweit stehen sensible Gesundheitsdaten wie Röntgenaufnahmen und Brustkrebsscreenings seit Jahren nahezu ungeschützt im Netz und können mit wenig Aufwand entwendet werden. Anstatt aber auf eine Stärkung internationaler Datenschutzstandards zu drängen, werden in Deutschland weiterhin lukrative IT-Projekte nach vorne gepeitscht. Bestehende Datenlecks und Sicherheitsrisiken, vor allem in Arztpraxen und Kliniken, werden ignoriert. Gesundheitsminister Jens Spahn muss endlich das Recht der Patientinnen und Patienten auf Schutz ihrer Daten ins Zentrum stellen, statt die Interessen der Digitalkonzerne durchzusetzen

Sensible Daten, die einmal gestohlen wurden, können nicht wieder zurückgeholt werden und verursachen lebenslangen Schaden für die Betroffenen. Die Entwendung von mehr als 13.000 Patientendatensätzen in Deutschland von ungeschützten Servern aber ist kein Einzelfall, sondern den strukturell bestehenden Sicherheitslücken und den zu laschen Datenschutzkriterien im Gesundheitswesen geschuldet. Solche Lücken werden nicht einfach verschwinden, wenn an die Eigenverantwortung der IT-Konzerne appelliert wird. Die Linke fordert deshalb die Ausweitung von Produkthaftungen auf IT-Hersteller, so dass die bestehenden Systeme und Strukturen im Gesundheitswesen angepasst und die Umsetzung von Datenschutzstandards verpflichtend werden. Nur so haben Patientinnen und Patienten eine Chance auf Wahrung ihrer Privatsphäre.

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