Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 12.08.2019, Seite 1 / Ausland
Blockade gegen Palästinenser

Erneut Tote in Gaza

Die Opferzahlen an der Grenzanlage zu Israel steigen weiter. Zusammenstöße in Jerusalem
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Hartes Vorgehen gegen gläubige Muslime: Die israelische Polizei räumte am Sonntag den Tempelberg in Jerusalem

Seit Ende März 2018 sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza bei Protesten gegen die Blockade Israels mehr als 300 palästinensische Demonstranten getötet und Tausende weitere verletzt worden. In den vergangenen beiden Tagen sind erneut fünf Palästinenser nach Angriffen auf die Grenzanlage zu Israel getötet worden.

Am Sonnabend hatten israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza vier bewaffnete Palästinenser erschossen. Nach Angaben der israelischen Armee hätten sich die Männer mit Schnellfeuergewehren, Granatwerfern und Granaten der Grenze genähert. Die israelischen Soldaten eröffneten das Feuer, nachdem einer der Palästinenser über die Barriere an der Grenze geklettert war »und eine Granate auf die Soldaten warf«. Außerdem habe ein israelischer Panzer auf einen Militärposten der in dem Küstenstreifen herrschenden Hamas geschossen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza teilte kurz darauf mit, die Leiche eines 26jährigen Palästinensers aus Beit Hanun im nördlichen Teil des Gebietes sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Am Sonntag töteten Soldaten einen weiteren Palästinenser, der sich nach Armeeangaben dem »Sicherheitszaun« genähert und auf israelische Truppen geschossen habe. Auf israelischer Seite gab es bei beiden Vorfällen keine Verletzten.

Am muslimischen Opferfest »Eid Al-Adha« kam es am Sonntag auf dem Tempelberg ebenfalls zu Auseinandersetzungen. Nach Medienberichten hätten Einsatzkräfte unter anderem mit Blendgranaten die als heilig geltende Stätte geräumt. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond sprach von 61 verletzten Palästinensern, die israelische Polizei zählte vier Verletzte in ihren Reihen. Das Fest »Eid Al-Adha« fiel in diesem Jahr mit dem jüdischen Fasten- und Trauertag »Tischa B’Av« zusammen. Aus Sorge vor Spannungen hatte die Polizei zuvor die Schließung des Tempelbergs für Juden und Touristen angeordnet. Einige Muslime befürchteten jedoch, dass sie trotzdem hineingelassen würden und protestierten daher. Die Situation eskalierte, nachdem Hunderte Juden in den Umkreis des Areals gelangten. (dpa/AFP/jW)

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