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Aus: Ausgabe vom 21.06.2019, Seite 16 / Sport
Fußball: Copa América

Bolivarisches 4-1-4-1

Von André Dahlmeyer
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Nach herrlichem Außenristlupfer von James Rodríguez: Duvan Zapata trifft gegen Katar

Titelfavorit Kolumbien hat sich am Mittwoch bei der 46. Copa América in Brasilien als erstes Team für die Viertelfinals qualifiziert. Brasilien, Peru, Uruguay und Chile sind praktisch durch. Auch Venezuela hat beste Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten acht. Um die übrigen beiden Plätze streiten sich Paraguay, Katar und Argentinien.

Im Maracanã ging Bolivien gegen Peru nach einer halben Stunde per Strafstoß in Führung durch Marcelo »Mowgli« Martins (Ex-Werderaner, heute bei Shijiazhuang in China). Kurz vor dem Pausenpfiff umkurvte Perus Kapitän Paolo Guerrero (Torschützenkönig der Copas 2011 und 2015) nach einem Konter elegant Carlos Lampe und erzielte den Ausgleich. Die zweite Halbzeit gehörte Peru, für das Jefferson Farfán per Kopf (55., Vorlage Guerrero) und der eingewechselte Edison Flores (96.) trafen.

Brasilien enttäuschte auch in Salvador da Bahia gegen Venezuela. Bei allem Respekt, ich hatte die Gastgeber Anfang März in dieser Zeitung vor der Auswahl Venezuelas gewarnt, aber Tite und Compañía wollten nicht hören. Heraus kamen eine klägliche Nullnummer und Pfiffe eines wütenden Publikums. Wie schon gegen Peru gelang Venezuelas Trainer Rafael Dudamel eine taktische Meisterleistung (4-1-4-1). Dudamel stand selbst bei vier Copas im Tor der »Vinotinto«. Als Trainer der U-20-Auswahl wurde er 2017 Vizeweltmeister.

Kolumbien traf in São Paulo auf Katar. Kurz vor Schluss erzielte Duván »Stier« Zapata nach herrlichem Außenristlupfer von James Rodríguez (wechselt zu Napoli) das Tor des Abends.

Argentinien scheiterte in Belo Horizonte beinahe an Paraguay, das von den letzten 19 Copa-Spielen nur eines gewinnen konnte und in 24 Copa-Partien noch nie gegen Argentinien. Wieder einmal bewahrte Lionel Messi die Gauchos vor einer noch größeren Blamage, indem er die Führung von Richard »Welpe« Sánchez (37.) per Handelfer (57.) ausglich. Kurz darauf wehrte Franco Armani einen Strafstoß ab und rettete Argentinien den Punkt. In dieser Gruppe ist noch alles möglich, bis zum Losentscheid. Zwei mickrige Punkte könnten fürs Weiterkommen reichen.

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