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Aus: Ausgabe vom 15.06.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Gurkenglück

Von Ina Bösecke

Im Verbund der Berliner Bibliotheken stößt man immer wieder auf Perlen der Filmgeschichte. »Heirate mir – Die Braut und ihr Totengräber« (Deutschland 1999) von Douglas Wolfsperger ist so ein Juwel, bei dem einem Luft und Spucke wegbleiben beim Zuschauen. Als Komödie wird der Film angekündigt, diese Bezeichnung bereitet aber nicht auf den Wahnsinn vor, der dann folgt. Ein Trupp Friedhofsarbeiter vom Bodensee fährt mit einem Bus nach Polen, um sich Frauen zu kaufen. Die meisten von ihnen meinen es aber gar nicht ernst und nehmen ihr Rückgaberecht in Anspruch. Kurz benutzen, und dann wieder zurückschicken, lautet das Motto. Nur Eugen (Ulrich Noethen) verliebt sich in »seine« für 5.000 D-Mark gekaufte Polin mit dem Namen Goschka (Verona Feldbusch) und macht ihr einen Heiratsantrag. Goschka ist nicht abgeneigt, aber es gibt jede Menge Probleme für die beiden Liebenden.

Allen voran nervt Eugens Mutter, die mit ihm in einem abgerockten Wasserturm wohnt und sogar das Bett mit ihm teilt. Sie entwickelt viel negative Energie, um das junge Liebesglück zu zerstören. Eugens Freund Fritz findet Goschka viel zu hübsch für Eugen und verkauft sie an ein Schweizer Bordell. Die Frau von Fritz taucht regelmäßig auf und bietet ihre Gurkenprodukte an (frische Gurke, Gurkensaft, eingelegte Gurken). Außerdem treibt ein sogenannter Pimmelmörder sein Unwesen. Nach und nach werden die Männer, die bei der Polen-Fahrt dabei waren, umgebracht, dabei wird ihr Penis abgeschnitten.

Die Komödie weist so viel merkwürdiges und überkandideltes Personal auf, dass einem sogar Verona Feldbusch wie eine gute Schauspielerin erscheint. Wer Trash mag, kann sich freuen. Alle anderen können wenigstens die Anregung zum Gurkenessen mitnehmen. Denn die Gurke ist genau das Lebensmittel, das in der heißen Sommerzeit verspeist werden sollte. Eine Auswahl der zahllosen Zubereitungsmöglichkeiten erhalten Sie jetzt:

Gurken-Zwiebel-Salsa: Eine Salatgurke in Scheiben schneiden, eine Zwiebel würfeln. Mit Chili, zwei EL Sesamsamen, etwas Limettensaft, Balsamico Bianco und Sesamöl verrühren. Salsa mit Salz würzen, fünf Minuten ziehen lassen. Zwei EL gehackten Koriander darüberstreuen. Gurkensalat: Ein bis zwei Salatgurken schälen, und mit einem Teelöffel die Samen herausschaben (dadurch wird der Salat weniger wässrig). Gurke in mundgerechte Stücke schneiden, in eine Schüssel geben. Mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Mit drei EL Olivenöl und einem EL frisch gepresstem Zi­tronensaft anmachen, gut durchmischen. Mit gehackter Minze servieren. Man kann auch noch einen EL Naturjoghurt beigeben und gründlich untermischen. Sehr gut schmeckt ein Gurkensalat mit gebratenen Garnelen, die ebenfalls über den Salat verteilt werden. Wenn man das Dressing mit etwas süß-scharfer Chilisauce, geröstetem Knoblauch, Fischsauce und Chilischote verfeinert und dem Salat noch 100 geröstete, grob gehackte Erdnüsse sowie frisch gehacktes Koriandergrün beifügt, hat man einen extrem gut schmeckenden und sättigenden Thai-Gurkensalat hergestellt.

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