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Aus: Ausgabe vom 13.06.2019, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Kapitalexport

Geldströme umgeleitet

UN-Bericht: Ausländische Direktinvestitionen wegen US-Steuerreform drastisch gesunken
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Auch die deutsche Telekom investiert in den USA

Die Handelspartner der Vereinigten Staaten haben die Investitionseinbrüche durch US-Präsident Donald Trumps »America First«-Politik deutlich zu spüren bekommen. Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) gingen 2018 weltweit um 13 Prozent zurück, und dies vor allem wegen der gewaltigen Steuernachlässe, mit denen Trump Firmen ins Inland zurücklockt, wie die UN-Handels- und Entwicklungsorganisation UNCTAD am Mittwoch in Genf berichtete.

Im ersten Halbjahr 2018 waren die ausländischen Direktinvestionen um 41 Prozent eingebrochen. Nach dem dritten Rückgang der FDI-Flüsse erwartet die UNCTAD für 2019 eine leichte Erholung.

US-Firmen sind seit Jahren die größten Investoren im Ausland. Aber im vergangenen Jahr rutschten die Vereinigten Staaten auf Platz 157. Das ist von Trump durchaus beabsichtigt: Er will, dass Unternehmen in den USA und nicht im Ausland investieren. »Der Rückgang geht weitgehend darauf zurück, dass multinationale US-Firmen ihre Gewinne aus dem Ausland zurücktransferierten, um die genau dafür vorgesehenen Steuerreformen von 2017 zu nutzen«, so die UNCTAD.

Betroffen waren vor allem die Industrieländer. Sie zogen noch 557 Milliarden Dollar (rund 490 Milliarden Euro) aus dem Ausland an, ein Viertel weniger als im Jahr davor, und so wenig wie seit 2004 nicht mehr. In Europa halbierte sich der FDI-Umfang gegenüber dem Vorjahr auf 172 Milliarden Dollar (rund 152 Milliarden Euro). Im ersten Halbjahr 2018 hatte der Einbruch sogar 93 Prozent betragen.

In Entwicklungsländer seien aber zwei Prozent mehr geflossen, so die UNCTAD. Sie hätten 54 Prozent aller FDIs im Umfang von 1,3 Billionen Dollar erhalten. Vor der Finanzkrise 2007/2008 war es nur gut ein Drittel.

Das größte FDI-Empfängerland blieben unverändert die USA, gefolgt von China und Hongkong, das zwar zu China gehört, aber von der UNCTAD separat als Empfänger genannt wird. Deutschland fiel von Platz 11 auf Platz 14 zurück. Innerhalb Europas zogen die Niederlande das meiste Geld an, gefolgt von Großbritannien, Spanien und Frankreich. Deutschland lag in Europa auf dem sechsten Platz.

Die größten Investitionen kamen 2018 aus Japan, China, Frankreich und Hongkong, gefolgt von Deutschland auf dem unveränderten Platz 5. Während die meisten Industrieländer einschließlich Deutschland weniger im Ausland investierten, hat Frankreich seine Aktivitäten auf rund 100 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.(dpa/jW)

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