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Aus: Ausgabe vom 24.05.2019, Seite 5 / Inland
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Fake-Verdacht im Netz

Kartellamt nimmt Nutzerbewertungen unter Lupe
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Kartellamtschef Andreas Mundt bei einer Pressekonferenz im Februar

Das Bundeskartellamt will sich einen interessanten Part des Internets genauer anschauen. »Es gibt Hinweise, dass Nutzerbewertungen nicht selten gefälscht oder manipuliert sind«, berichtete Behördenchef Andreas Mundt am Donnerstag in Bonn. Dabei seien diese neben dem Preis das wichtigste Entscheidungskriterium für Verbraucher beim Onlinekauf. Und viele vertrauten auch bei der Wahl des Arztes, des Handwerkers oder des Restaurants auf die Urteile anderer Nutzer im Internet.

Mit einer Sektoruntersuchung will das Amt in den kommenden Monaten Probleme mit den Bewertungen untersuchen. Dazu sollen zahlreiche Betreiber von Internetportalen befragt werden. Vorrangiges Ziel sei es, herauszufinden, welche Bewertungssysteme besonders anfällig für Fälschungen und Manipulationen sind. »Wenn Verbraucher aufgrund nichtauthentischer Bewertungen zu falschen geschäftlichen Entscheidungen verleitet werden, kann dies einen Verbraucherrechtsverstoß darstellen«, betonte die Behörde.

Untersuchungen und Medienberichte hatten in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass derartige Bewertungen in vielen Fällen nicht authentisch seien, weil sie etwa von Computern generiert würden oder weil der Bewertende eine Gegenleistung erhalten habe, ohne dies transparent zu machen.

Die Behörde kann im Bereich Verbraucherschutz Untersuchungen durchführen und etwaige Verstöße sowie Defizite in der Rechtsdurchsetzung zwar identifizieren, sie aber nicht per behördlicher Verfügung abstellen. (dpa/jW)

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