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Aus: Ausgabe vom 16.05.2019, Seite 5 / Inland
Klingt akademisch

Meister haben ausgedient

Kabinett beschließt Mindestvergütung für Azubis und neue Meistertitel
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Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, in Berlin (15.5.2019)

Auszubildende sollen ab kommendem Jahr mindestens 515 Euro im Monat erhalten. Damit gäbe es erstmals eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung während der Lehre. Das sieht eine Reform des Berufsbildungsgesetzes vor, die das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen hat. Mit dem geplanten Gesetz von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) soll zudem die berufliche Weiterbildung gestärkt werden.

Die Mindestvergütung für das erste Ausbildungsjahr soll jährlich steigen: Wer 2021 seine Lehre beginnt, soll mindestens 550 Euro bekommen, 2022 sollen es 585 Euro sein und im Jahr darauf 620 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr soll sich die Mindestvergütung um 18 Prozent erhöhen, im dritten um 35 Prozent. Allerdings sollen die Tarifpartner auch nach unten von den neuen Untergrenzen abweichen können. Für an einen Tarif gebundene Unternehmen sollen so in bestimmten Regionen oder Branchen andere Vergütungen gelten können. Unter der neuen Mindestlohngrenze lagen 2018 nach Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung beispielsweise Raumausstatter, die in Ostdeutschland 480 Euro im Monat verdienen, aber auch Schornsteinfeger mit 450 Euro und ostdeutsche Friseure mit 325 Euro.

Mit dem Gesetz soll zudem die Weiterbildung zu höheren Berufsabschlüssen gestärkt werden. Eingeführt werden sollen dafür neue übergreifende Abschlussbezeichnungen. Dabei soll der neue »Bachelor Professional« dem heutigen Meister entsprechen. Beispielsweise auf dem Meisterbrief eines Bäckers soll künftig auch die Abschlussbezeichnung »Bachelor Professional im Bäckereihandwerk« aufgeführt sein. Für noch anspruchsvollere Abschlüsse wie Betriebswirt soll es den Abschluss »Master Professional« geben. Mit der Reform ist zudem geplant, Ausbildung in Teilzeit zu erleichtern. Dabei kann die Ausbildungsdauer im Einvernehmen mit dem Betrieb verlängert werden. (dpa/jW)

Debatte

  • Beitrag von Klaus L. aus H. (16. Mai 2019 um 09:14 Uhr)
    Wie beruhigend, dass es in den Köpfen der Groko angesichts der wirklichen Probleme immer noch Freiraum gibt, nach dem Lehrling nun den "Meister" sprachlich zu verhunzen. Wem will man sich diesmal anbiedern?

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