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Aus: Ausgabe vom 11.05.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Südstaaten-Reispfanne

Von Ina Bösecke

Dummköpfe haben es in jeder Welt schwer, aber im Wilden Westen ist es am härtesten für sie. Ausgerechnet nach Texas müssen Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland auch als Dick und Doof bekannt, reisen, um der jungen Dame Mary Roberts (Rosina Lawrence) die Urkunde ihres verstorbenen Vaters zu überreichen, welche sie zu einer Goldminenbesitzerin macht. Es handelt sich um eine delikate Angelegenheit, weshalb sie Stan auch prompt als erstes dem gewieften Saloonbesitzer Mickey Finn (James Finlayson) erzählt, bei dem Mary als Küchenhilfe arbeitet. Finn wittert die Gelegenheit, endlich reich zu werden. Seine Freundin Lola (Sharon Lynn) soll sich als Mary ausgeben, um die Urkunde zu erhalten. Stan und Ollie kennen Mary ja nicht – wissen also nicht, wie sie aussieht. Da Stan und Ollie absolute Tölpel sind, geht der Plan natürlich auf.

Die beiden sind aber nie so dumm, dass sie nicht merken, wenn etwas falsch gelaufen ist. Die Rückeroberung der Urkunde für die wahre Mary ist heldenhaft. Zuallererst wird Stan von Lola dermaßen ausgekitzelt, dass er noch Stunden nach der Tortur schocklachen muss. Dann hetzt man beiden den fiesen Sheriff der Stadt auf den Hals; der hatte sie schon bei ihrer Ankunft auf den Kieker. Der noch fiesere Saloonbesitzer schießt mit einem Gewehr auf sie. Und bei der Flucht aus der Stadt fällt Ollie in ein Loch im Fluss – ein Gag, der im Film mehrmals wiederholt wird, wie auch das Benutzen von Stans Daumen als Feuerzeug. »Zwei ritten nach Texas« (USA 1937) von James W. Horne gilt als ein Highlight unter den zahlreichen Filmen der zwei US-amerikanischen Komiker. Zu erwähnen ist auch die Tanzeinlage der beiden zu einem Lied der Westernband Avalon Boys. Ansonsten punkten sie durch gewohntes Verlängern von Komplikationen. Am Ende haben sie aber die Urkunde wieder und können sie Mary aushändigen, die mit ihnen in den Süden zieht. Es ist nicht ganz klar, welcher Süden gemeint ist. Schließlich befinden sie sich ja bereits im Süden der USA, nämlich in Texas. Ollie will jedoch offensichtlich noch weiter in den Süden ziehen, derweil Stan vom südlichen Teil Londons redet. Egal – so oder so freuen sich alle drei auf das Essen im Süden.

Dabei könnte es sich um die Südstaaten-Reispfanne mit Garnelen und Hähnchenbrust handeln: Zwei Zwiebeln schälen, sechs Stangen Sellerie putzen und beides klein würfeln. Eine grüne Paprikaschote putzen, entkernen und in feine Streifen schneiden. 200 g Garnelen waschen und trockentupfen. 250 g Hähnchenbrust waschen, trockentupfen und in Würfel schneiden. 200 g scharfe Paprikasalami in Scheiben schneiden. Zwei EL Butter in einer großen Pfanne zerlassen und Zwiebeln, Sellerie und Paprika darin andünsten. Garnelen, Fleisch und Wurst zufügen und fünf Minuten unter Rühren schmoren. Mit drei Viertellitern Hühnerbrühe ablöschen und 400 g Tomatenwürfel zufügen. Aufkochen und mit Salz, Pfeffer und Tabasco würzen. 300 g Reis und ein Lorbeerblatt zufügen, zudecken und ca. 20 Minuten bei kleiner Hitze garen. Vor dem Servieren das Lorbeerblatt entfernen, den Reis mit einer Gabel etwas auflockern und in der Pfanne servieren.

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