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Aus: Ausgabe vom 02.05.2019, Seite 8 / Ansichten

Erschütternde Entdeckung des Tages: Beluga 007

Von Dusan Deak
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»Equipment St. Petersburg«: Kremlagent vor Norwegens Küste

Berufsfischer konnten vor der norwegischen Küste einen Belugawal dingfest machen, bewaffnet mit Lederbrustriemen, an denen vermutlich ursprünglich ein Selfie-Handy befestigt war. Aufschrift: »Equipment St. Petersburg«. Offenkundig arbeitete der Wal für Wladimir Putin. Sein Auftrag: in dessen Sinne Einfluss auf die kommende Europawahl nehmen.

Schon bei der Wahl des US-Präsidenten Donald Trump hatte der Kreml mit großem Erfolg Blau- und Blondwale eingesetzt (siehe Trumpwal). Möglicherweise war der nun enttarnte Säuger im Nebenjob Computerhacker oder Cyberterrorist, um mit dem Zuverdienst eine Versorgungslücke im Alter auszugleichen. Er trug 15 ausländische Pässe bei sich, mehrere auf unterschiedliche Namen ausgestellte Führerscheine sowie Abschlusszeugnisse US-amerikanischer Elite-Unis, darunter eines aus Harvard in Psychologie. Außerdem führte er ein Zahnarzt-Bonusheft mit sich, drei Zahnstocher und ein Paar frische Socken als Reserve. Er spricht mehrere westeuropäische Sprachen und beherrscht Mandarin in Wort und Schrift. Unter seinen Spionage-Kollegen soll er als Jahrgangsbester gegolten haben. Über seine Hobbys ist nur wenig bekannt.

Im Verhör gab er lediglich seine Sozialversicherungsnummer preis, die er hartnäckig wiederholte. Er bestand darauf, als Versicherungsvertreter mit Spionage nichts am Hut zu haben.

Verhörspezialisten äußerten den Verdacht, er sei als Doppelagent umgedreht worden und nun für den MI 6 oder Wikipedia tätig. Andere sehen in ihm ein Mitglied einer professionellen Bande von zirka 15 Meeressäugern, die gezielt wissenschaftliches Equipment aus St. Petersburg entwenden, um es an norwegische Berufsfischer zu verhökern. Gelegentlich arbeiteten Mitglieder der Bande als Geldfälscher, hieß es. In den Ferienmonaten Juli und August (Gurkenzeit) würden sie zur Nazigoldsuche im Loch Ness eingesetzt.

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