Gegründet 1947 Mittwoch, 21. August 2019, Nr. 193
Die junge Welt wird von 2208 GenossInnen herausgegeben
Online Extra
29.03.2019, 18:31:40 / Sport
Fußball

Wird teuer

Zahltag, Bruder: Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD, r.)
Zahltag, Bruder: Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD, r.) darf DFL-Präsident Reinhard Rauball (l.) Rechnungen schreiben

Leipzig. Fußballvereine können grundsätzlich an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei »Hochrisikospielen« beteiligt werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Freitag entschieden. Den konkreten Streitfall zwischen der Deutschen Fußball Liga und der Freien Hansestadt Bremen verwies es allerdings zurück an das Oberverwaltungsgericht Bremen. In ihrem Urteil machten die Richter jedoch deutlich, dass die Klubs prinzipiell für die Kosten in die Pflicht genommen werden können. Das Bundesland hatte nach einem »Hochrisikospiel« des SV Werder gegen den Hamburger SV vor rund vier Jahren der DFL einen Gebührenbescheid über mehr als 400.000 Euro geschickt. Dagegen hatte die DFL geklagt und in erster Instanz vor dem Bremer Verwaltungsgericht gewonnen. Das Oberverwaltungsgericht in Bremen entschied danach im Sinne der Freien Hansestadt.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) fühlte sich in seiner Auffassung komplett bestätigt. »Ich glaube, das Bundesverwaltungsgericht hat mit der heutigen Entscheidung Rechtsgeschichte geschrieben.« Nach Ansicht von DFB-Vizepräsident Rainer Koch könnte das Urteil die Ticketpreise in der Bundesliga steigen lassen. Die Entscheidung der Richter »wird vermutlich bei vielen Fußballvereinen zu erheblichen Kostensteigerungen führen«, teilte er am Freitag mit. Dies dürfte unmittelbare Auswirkungen »auf die Preisgestaltung für Tickets bei Hochrisikospielen« haben. Darüber hinaus befürchtet er wie auch Ligapräsident Reinhard Rauball ungleiche Wettbewerbsverhältnisse, wenn es keine bundeseinheitliche Regelung gebe. (dpa/jW)